Cybercrime: Deutsche sind die grössten Schwindler

Mehr als die Hälfte der Deutschen hat online schon einmal gelogen oder eine falsche Identität benutzt. Unschön, aber harmlos. Die neueste, koordinierte Attacken der Cyberkriminellen kostete 9,4 Millionen.

  

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» Von Michael Kurzidim, 14.09.2010 20:12.

Deutsche haben im weltweiten Vergleich wenig Skrupel, im Internet zu lügen und falsche Identitäten zu benutzen. Zu diesem Charakterprofil der Menschen aus dem grossen, nördlichen Kanton kam der aktuelle Norton Cybercrime Report, eine Online Umfrage unter 7066 Erwachsenen aus 14 Ländern. Grund ist aber nicht etwa ein notorischer Hang zum Lügen, sondern die Angst vor anonymer Cyberkriminalität. Hinzu kommt: In Deutschland dauert die Aufklärung von Online-Verbrechen, bei denen die Opfer finanzielle Schäden erleiden, mit durchschnittlich 58 Tagen weltweit am längsten. Wesentlich schneller kommen die Schweden (9 Tage), die Franzosen (17 Tage) und die spanischen Strafverfolgungsbehörden (18 Tage) den Internet-Langfingern auf die Spur. Etwas langsamer, aber immer noch schneller als in Deutschland ticken die Uhren in Indien, Brasilien und Japan (siehe Grafik unten).

Bei 10'000 Dollar rührt keiner einen Finger

Ohnehin legt sich in den meisten Ländern für sogenannte Bagatellbeträge keiner krumm. Voraussetzung für die behördliche Strafverfolgung ist in der Regel, dass die Schadenssumme ein bestimmtes Limit überschreitet. In den U.S.A. rühre bei finanziellen Verluste unter 10'000 US-Dollar niemand einen Finger, in der Praxis werde die Cyberpolizei sogar erst ab einer Schadenssumme über 50'000 Dollar aktiv, berichtet Adam Palmer, Chief Security Adviser bei Symantec. Opfer von Cyberkriminalität stehen häufig auf verlorenem Posten, sind auf sich selbst gestellt. Schlimmer noch: 78 Prozent der Opfer von Phishing-Attacken geben sich selbst die Schuld, werden nach dem Angriff von schweren Schuldgefühlen geplagt. 58 Prozent der Opfer von Online-Angriffen sind wütend, 38 Prozent empört und 36 Prozent fühlen sich in ihrer Persönlichkeit verletzt.

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