Cloud Computing: Zahlen zählen
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» Von , 19.07.2012 10:55.
Extrakosten für die Cloud verwässern die Analyse
Hinter der gesamten Erhebung steht ein kniffeliger Vergleich der TCO - wobei die Abkürzung in diesem Fall nicht «Total Cost of Ownership» (Gesamtkosten für den Besitz) sondern «Total Cost Operation» (Gesamtkosten für den Betrieb) meint.
Für viele Verbrauchsprofile ist das Mietmodell in der Betrachtung der aggregierten Nutzung attraktiver, selbst wenn einzelne Verbrauchseinheiten vergleichsweise teurer sind. Bezogen auf das Beispiel Autovermietung: Selbst wenn die Tageskosten eines Mietautos die des gekauften Fahrzeugs übersteigen, spart der Mieter unterm Strich Geld, wenn das Auto an nur fünf Tagen die Woche gefahren wird.
Doch die Einsparung hat ihren Preis, denn die wirtschaftliche Bewertung einer zeitweiligen Nutzung ist deutlich komplizierter, weil die variablen Kosten schwerer zu prognostizieren und zu berechnen sind. Naturgemäss kostet der der Besitz von IT-Ressourcen unabhängig vom Nutzungsprofil immer das Gleiche, egal, ob die Anlagen tägliche mehrere Stunden oder nur einmalig wenige Minute je Monat genutzt werden.
Zudem fallen weitere indirekte Kosten an, die die Kalkulation beeinflussen und verwässern: Das Mietauto muss erst gefunden, Papiere unterschrieben, das Auto abgeholt und zurückgebracht werden. Der Mieter muss sich entscheiden, welche Optionen er nutzt, etwa was zusätzliche Versicherungen betrifft. Mögliche Aufwendungen lassen sich steuerlich absetzen, auch das muss erledigt werden. Wirtschaftswissenschaftler Ronald Coase prägte für diesen Aufwand den Begriff «Transaktionskosten». Er bekam für die Entdeckung und Erklärung dieser indirekten Aufwendungen den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften. Beispiele sind Anbahnungs-, Vereinbarungs- und Anpassungskosten.
Unerwünschter Minimalismus
Doch auch der Eigenbetrieb ist nicht frei von Zusatzaufwand. Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahrzehnten enorm viel Geld investiert, um Applikationen einzuführen, anzupassen, zu konsolidieren und zu harmonisieren und sie wieder abzulösen. Vielerorts wurde den Anwendern der Aufwand zu gross, sie haben die Installationen einmalig installiert und möglichst unverändert weiter genutzt. Für Provider von Mietsoftware bietet dieser «set-and-forget»-Ansatz kein tragfähiges Geschäftsmodell.
Cloud-Interessenten suchen bei der wirtschaftlichen Berechnung oft die Schwelle zur minimalen Nutzungsdauer. James Staten, Cloud-Analyst bei Forrester bezeichnet diesen Ansatz als «down and off»: Wer für den laufenden Betrieb zahlt, neigt häufig automatisch dazu, die IT-Ressourcen nur so weit in Anspruch zu nehmen, dass die funktionalen und performanten Anforderungen noch erfüllt werden. Gibt es keinen Bedarf, die Ressource zu nutzen, wird sie herunter gefahren. Sobald sie wieder benötigt wird, fährt man sie wieder hoch.
Der organisatorische Aufwand für ein solches Ressource-Management ist in der Regel viel zu hoch. Der Einfachheit halber legen IT-Organisationen meistens beim Opex-Capex-Vergleich daher einen Vollzeitbetrieb zugrunde, der sich wiederum an der Maximalausstattung in Spitzenzeiten orientiert. Das ist sinnvoll und nachvollziehbar weil der Verwaltungsaufwand und die Berechnung einer ständigen zu- und abgeschalteten Anwendung jedes Betriebsmodell ad absurdum führen würde.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die Zukunft der Capex-Opex-Analyse




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