CIO Roundtable «IT-Consumerization»

Unter dem Motto «IT-Consumerization: Widerstand zwecklos?» baten Computerworld und Dell CIOs grösserer Schweizer Unternehmen zum offenen Gespräch.

Am CIO Roundtable von Computerworld wurde angeregt debattiert.

weitere Artikel

Bildergalerie

» Von Fabian Vogt , 11.05.2012 16:00.

Die patriarchischen Tage der IT sind vorbei. Einst bestimmte die Informatikabteilung, welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen und damit hatten sich die Anwender abzufinden und ihre Arbeit im entsprechenden Rahmen auszuführen. Heute geht der Trend in die andere Richtung. Denn der Mensch strebt nach immer mehr Individualität und will diese auch an seinem Arbeitsplatz ausleben können. Er will entscheiden, womit er arbeitet – am besten auch  noch bestimmen, wann und wo. Deswegen kommt es immer öfters vor, dass die IT-Spezialisten von ihren Usern dazu angehalten werden, flexibel zu denken, um auf individuelle Bedürfnisse reagieren zu können. 

Dieser Entwicklung durch Verbote Herr zu werde ist nicht nur sinnlos, sondern auch kontraproduktiv. Denn die neuen Kanäle verschaffen den Unternehmen Vorteile in Sachen Flexibilität, Effizienz und Produktivität. Und im besten Fall helfen sie sogar dabei, dass die Identifizierung mit dem Unternehmen gestärkt wird. Um all dies und mehr zu thematisieren, trafen sich CIOs grosser Unternehmen am CIO-Roundtable von Computerworld zum Thema «IT-Consumerization» und meinten damit Chancen und Risiken von BYOD und die Veränderungen, welche IT-Abteilungen deswegen durchlaufen.

«Bring your own» oder «choose your own»?

Dass «Bring your own Device» ein branchenüberstrahlendes Thema ist, wird im Verlauf der angeregten Diskussion schnell klar. Denn obwohl am Roundtable  CIOs verschiedenster Industrien wie Wirtschaft, Luftfahrt oder Metallbau zusammensitzen, einig sind sich alle: BYOD ist eine gute Sache und muss unterstützt werden. Bei der Umsetzung gibt es allerdings grosse Differenzen. So finanzieren gewisse Unternehmen diverse Devices, anderer gar keine und übernehmen dafür die Gesprächskosten. Einzelne Firmen kaufen ihren Mitarbeitern wiederum nur ein bestimmtes Gerät, wie beispielsweise SR Technics, bei denen Adrian Wirth als Vice President Group IT fungiert: «Neben dem Blackberry wollten wir auch iPhones einführen und unterstützen, aber den Mitarbeitenden gingen dann merkwürdigerweise und ziemlich schnell die BlackBerrys kaputt, wurden verloren oder gestohlen, so dass die Regelung momentan ist: Wenn du ein anderes Gerät als den Blackberry willst, dann musst du dir das selber besorgen.»

Dieses «kaputtverlorengehen», um mit dem Geschäftshandy auch privat hip da zu stehen, kennt auch Christoph Büeler, Head of ICT bei Pilatus Aircraft, nennt allerdings eine weitere Ursache dafür: «Die Mitarbeiter wollen nicht ein iPhone oder Smartphone, weil eines unbedingt besser ist als das andere. Sondern, weil sie damit privates auch während der Geschäftszeit erledigen können. Das sorgt teilweise für Unproduktivität.» Nicht der gleichen Meinung ist Roman Koch, CIO von PricewaterhouseCoopers: «Die Grenze zwischen privat und geschäftlich löst sich auf. Wer 1-2 Stunden der Arbeitszeit fürs Facebook-Surfen verbraucht, schaut sich zuhause während eines Fussballspiels die Geschäftsemails durch.» Vertrauensarbeitszeit nennt das Koch.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Trau keinem Mitarbeiter

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der IDG Communications AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

MiniAds