BYOD hat Zenit vielleicht bereits überschritten

Im letzten Quartal wurden deutlich mehr Smartphones von Firmen gekauft wie im Jahr zuvor. Das kann darauf hindeuten, dass sich der BYOD-Trend bereits wieder abschwächt.

» Von Fabian Vogt , 12.12.2013 12:20.

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73 Millionen Smartphones wurden im dritten Quartal von Geschäftskunden gekauft, sagt die Analystenfirma Strategy Analytics. Das seien 34 Prozent mehr Business-Telefone wie wie noch im gleichen Quartal des Vorjahrs. Eine mögliche Schlussfolgerung aus den Zahlen: Firmen scheinen BYOD nicht viel Vertrauen zu schenken.

«BYOD mag in einigen Regionen ein unaufhaltsamer Trend sein, es ist aber nicht überraschend, dass Firmentelefone wieder wichtiger werden», sagt Kevin Burden, Mobilverantwortliche bei Strategy Analctiys. Firmen würden Probleme haben, Nutzungsrichtlinien für BYOD ausarbeiten und merken, welche Managementschwierigkeiten mit dieser Strategie auf das Unternehmen zukommen können.

Trend oder Reaktion?

Momentan könne noch nicht gesagt werden, ob der vermehrte Kauf von Geschäftshandys der Start eines Trends oder nur eine Reaktion auf zu schnelle BYOD-Integration sei, sagt Strategy Analytics. Klar sei dafür, dass Firmen nach wie vor volle Kontrolle über Mobiltelefone und deren Apps haben wollen. Leif-Olof Wallin, Vizepräsident von Gartners Forschungsabteilung, stimmt dem zu: «es gibt bei der Nutzung von Smartphones nach wie vor einen Unterschied zwischen CIOs und Mitarbeitern».

Und er hat noch ein Argument, das die Schlussfolgerungen von Strategy Analytics unterstützt: «Immer mehr CIOs merken, dass BYOD-Projekte überhaupt nicht günstiger sind wie wenn die Firmen die Geräte ausgeben. Im Gegenteil, BYOD kostet 5 bis 10 Prozent mehr.»

Wallin sagt aber auch, dass es schwierig sei, aus den Q3-Verkäufen Schlüsse zu ziehen. Denn diese seien durch den, wie er ihn nennt, «BlackBerry-Effekt» beeinträchtigt gewesen. Weil das Vertrauen in BlackBerry weiter sank, konnten Android-Hersteller und Apple davon profitieren und die nervösen Firmen relativ leicht von ihren Geräten überzeugen.

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KOMMENTARE

Daniel Boos: 13-12-13 13:58

Guten Tag
Die Aussage: "73 Millionen Smartphones wurden im dritten Quartal von Geschäftskunden gekauft, sagt die Analystenfirma Strategy Analytics. Das seien 34 Prozent mehr Business-Telefone wie wie noch im gleichen Quartal des Vorjahrs." ist nicht genügend klar, um die Schlussfolgerung weniger BYOD zu ziehen. Man kann sagen, dass Unternehmen mehr Smartphones für ihr Geschäft kaufen. Man kann damit aber nicht sagen, ob sie mehr oder weniger BYOD zulassen oder nicht. Es ist nämlich auch so, dass mehr Smartphones generell in der Unternehmenswelt eingesetzt werden. Gibt es Zahlen die das BYOD Thema genauer belegen? Freundlicher Gruss

Fabian Vogt: 12-12-13 17:01

Guten Tag Herr Sigerist

Besten Dank für Ihren Kommentar. Sie haben recht. Eine wenig bekannte Abkürzung muss definitiv ausgeschrieben und erklärt werden. Bei einer bekannten erübrigt sich dies aber, es käme dem Leser redundant vor. Sie werden beispielsweise nur wenige Wirtschaftsartikel finden, in denen anstatt SMI "Swiss Market Index" geschrieben wird. Da wir für ein Fachpublikum schreiben, gehe ich davon aus, dass unsere Leser den Begriff BYOD mittlerweile kennen und habe auf eine Ausschreibung des Begriffs verzichtet. Habe aber Ihre Kritik aufgenommen und werde es anpassen.
Mit den Anglizismen haben Sie absolut recht. Es ist aber so, dass sehr oft die Hersteller Namen prägen - aus marketingtechnischen Gründen eignet sich da scheinbar Englisch am besten. Würden wir diese Begriffe (Smartphone, Tablet,...) absichtlich verdeutschen, wäre das dem Verständnis wohl wenig zuträglich.

Ich hoffe, Sie mit dieser Antwort zufriedengestellt zu haben und wünsche noch viel Spass beim Lesen unserer Artikel.

Freundlicher Gruss
Fabian Vogt

Jürg Sigerist: 12-12-13 14:45

Zur Erinnerung: Eine der grundlegendsten journalistischen Regeln ist es, Abkürzungen am Anfang eines Artikels zumindest einmal auszuschreiben. Das Gleiche gilt für die vielen unseligen Anglizismen, die in der Informationstechnologie ja besonders hemmungslos eingesetzt werden. Journalistisch korrekt müsste es mithin im Artikel etwa so heissen: "Bring your own device" (BYOD), die Nutzung des eigenen Telefons oder Tablets für Unternehmenszwecke, ........

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