BlackBerry nicht mehr sicher?

Auch das noch: Die indische Regierung behauptet, sie kann BlackBerry Messenger und E-Mails entschlüsseln. Den Schlüssel soll ihnen RIM selber gegeben haben.

Hat man am RIM-Hauptsitz in Waterloo beschlossen, Dechiffrierungsschlüssel für BlackBerry herauszugeben?Hat man am RIM-Hauptsitz in Waterloo beschlossen, Dechiffrierungsschlüssel für BlackBerry herauszugeben?

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» Von Fabian Vogt , 03.08.2012 13:30.

Update, 13:30 Uhr: Ein Medienverantwortlicher von RIM hat sich so eben bei uns gemeldet und mitgeteilt, dass man zwar mit der indischen Regierung zusammenarbeitet, jedoch nicht was die sicheren Unternehmensdienste angeht. Dies würde gar nicht möglich sein, weil RIM nie im Besitz dieser Dechiffrierungsschlüssel sei.

Seit vier Jahren verhandelten die indische Regierung RIM über die Herausgabe von Dechiffrierungsschlüsseln für die als sicher geltenden E-Mails und den Messenger-Service des BlackBerry-Herstellers. Diese Verhandlungen sollen nun zum Abschluss gekommen sein, berichtet «The Economic Times», eine Tageszeitung Indiens. 

Gemäss dem Artikel hat RIM eine Lösung der Firma Verint vorgestellt, welche Nachrichten und E-Mail-Konversationen zwischen BlackBerry-Geräten abfangen und diese den Behörden in unverschlüsselter Form präsentieren kann. «Ich kann bestätigen, dass RIM eine gesetzeskonforme Zugriffslösung bietet, die es der indischen Regierung erlaubt, legal BlackBerry-Unterhaltungen zu überwachen», sagte ein Firmensprecher. Es werde aber keinen Zugriff auf verschlüsselte Unternehmenskommunikation oder Geschäftsemails geben, da diese nur für die Besitzer dieser Dienste verfügbar seien, sagte der Sprecher weiter.

Wie die Zeitung berichtet, hat sie allerdings herausgefunden, dass das nicht stimmt. Die von RIM präsentierte Lösung kann alle BlackBerry-Dienste entschlüsseln. Und ein Mitarbeiter des Amtes für Telekommunikation bestätigte der «Economic Times», dass Geschäftemails einen Teil der Dienste ausmacht, welche die Regierung überwacht. 

Unklar ist, ob Indien damit den Schlüssel zu RIMs eigenen Servern in den Händen hält, oder ob nur die Server in Indien betroffen sind, welche das Unternehmen auf Verlangen der indischen Regierung vor einiger Zeit aufbauen musste. Diese unterliegen  indischem Recht und die Behörden hätten legal darauf Zugriff. 

Vermutlich ist letzteres die Wahrheit, bereits in Grossbritanien hatte RIM das gleiche gemacht, berichtete Netzpolitik.org. Denn RIM, die seit Monaten mit Negativschlagzeilen in den Medien präsent sind, hat vor allem noch ein Verkaufsargument: die Sicherheit seiner Dienste, die darauf basieren, dass jede Instanz der Software BlackBerry Enterprise Server (BES) einen eigenen Krypto-Schlüssel hat und als unknackbar gilt

Lesen Sie auf der nächsten Seite: RIM plant Strategiewechsel

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