Berner Stadträte für digitale Nachhaltigkeit

Die Berner Stadträte Giovanna Battagliero von der SP und Matthias Stürmer von der EVP gründen die Interfraktionelle Gruppe Digitale Nachhaltigkeit.

Das Linux-Maskottchen Tux soll auch in der Informatik der Stadt Bern mehr Gewicht erhalten

» Von Jens Stark , 27.04.2012 11:57.

Ziel ist es, die Abhängigkeit von Software-Herstellern zu verringern und mehr Open-Source-Programme zum Einsatz zu bringen.

Hintergrund: Der Berner Stadtrat behandelt regelmässig Informatikprojekte und spricht Millionenkredite für neue Hard- und Software oder für die Weiterentwicklung bereits eingesetzter Software. Dabei steht das städtische Parlament immer wieder vor der Herausforderung, sich fundiert über die Informatikgeschäfte zu informieren und im richtigen Zeitpunkt mitentscheiden zu können.

Mit der Interfraktionellen Gruppe «Digitale Nachhaltigkeit» wollen Battagliero und Stürmer den nachhaltigen und innovativen Umgang mit Informations- und
Kommunikationstechnologien (ICT) fördern, wie es in einer Medienmitteilung der Gruppe heisst. Eines der Ziele ist das Aufzeigen von nachhaltigen Informatiklösungen um langfristig die
Abhängigkeit von Softwareanbietern senken zu können. Dazu setzt sich die überparteiliche Gruppe kritisch mit den Chancen und Risiken von Open-Source-Software auseinander. Als weitere Themen stehen die Freigabe von digitalen Daten der Stadtverwaltung zur Schaffung von mehr Transparenz oder generell die Förderung des öffentlichen Zugangs zu Wissensgütern auf der Agenda.

Die Interfraktionelle Gruppe «Digitale Nachhaltigkeit» wird sich regelmässig zu den genannten Themen während der Ratspause treffen und sich durch den Austausch mit der Stadtinformatik und externen Fachexperten weiterbilden. An der Gründungssitzung am Donnerstag nahmen von den insgesamt 80 Städträten rund 20 Parlamentarier teil. Dabei erläuterte Daniel Brunner, stellvertretender Informatikleiter des Bundesgerichts, die Open-Source-Strategie und Umsetzungsmassnahmen des höchsten Schweizer Gerichts und präsentierte auch das neue Open-Source-Projekt OpenJustitia. In der Juni-Sitzung werden die Berner Informatikdienste über die aktuell eingesetzten Informatiklösungen in der Stadtverwaltung und über die in den nächsten Jahren geplanten Informatikprojekten informieren.

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