10 Gartner-Prognosen 31.10.2016, 16:44 Uhr

Shoppen mit AR-Brille - Mega-Erfolg Blockchain - Algorithmen, die neuen Chefs - IoT spart 1 Billion Dollar

Top-Analysten von Gartner haben in die Zukunft geschaut: Ihre Prognosen sind provokant, teils spektakulär, teils sehr realistisch. So sieht unsere Welt in fünf Jahren aus.
Das Analystenhaus Gartner hat seine Top-Analysten in Klausur geschickt und seine KI-Prognose-Rechner tagelang heiss laufen lassen. Heraus kamen zehn Zukunftsprognosen. Diese ICT-Trends werden - so glauben die 'Big Brains' bei Gartner - die ICT-Branche in den kommenden Jahren bis 2020 entscheidend prägen. #1 Bis 2020 werden 100 Millionen Konsumenten mit AR-Brillen (Augmented Reality) shoppen gehen Spiele/Games haben den AR-Brillen den Weg in den Markt geebnet. Games spielen dabei, wie so oft, die Killer-Applikation, aber dabei wird es nicht bleiben. Schon heute werden die smarten 3D-Brillen versuchsweise beim Training oder als Hilfe für Support- und Wartungstechniker eingesetzt. Den grossen Durchbruch aber schaffen sie als Shopping-Assistenten. Alles, was man dazu braucht, ist ein Smartphone und die richtige App. Bis 2020 werden mindest 100 Millionen smarter shoppen gehen, meint Gartner. #2 Bis 2020 surfen 30 Prozent der Internet-Nutzer ohne Bildschirm/Display im Web Wozu brauchen wir Bildschirme und Tastaturen, wenn gesprochene Sprache reicht. Schon heute können intelligente Assistenten wie Apples Siri, Microsofts Cortana und Amazons Alexa Tickets bestellen, Restaurantplätze reservieren und einfache Fragen beantworten. Amazon hat seinen Voice-Servicewürfel Echo gerade auf den Markt gebracht. Eins ist sicher: Die smarten Assistenten werden nicht dümmer, sondern immer schlauer, und erleichtern uns die Arbeit. In Zukunft werden wir einfacher, bequemer und schneller mit digitalen Services kommunizieren. #3 Bis 2019 werden 20 Prozent der Top-Unternehmen ihre mobilen Apps einstampfen Mobile Apps werden nicht komplett aussterben. Aber sie sind teuer in der Entwicklung, etwa 50'000 Franken müssen Unternehmen schon veranschlagen, und es gibt mittlerweile kostengünstigere Technologien. Gartner prognostiziert, dass Firmen in Zukunft stärker auf Responsive Design/HTML5 setzen, um ihren Partnern und Kunden ein auf mobile Devices optimiertes Benutzererlebnis zu bieten. Das ist fast genauso gut wie die mobilen Apps, aber vieeeel preiswerter. Nächste Seite: Algorithmen sind die neuen Chefs #4 Bis 2020 bestimmen Algorithmen das Verhalten von 1 Milliarde Mitarbeitern
Der Algorithmus ist der Boss, er trifft klügere Entscheidungen, leidet nicht unter schlechter Laune und ist jederzeit erreichbar. Eine provokante These, die aber bei genauerem Nachdenken viel von ihrer Schärfe verliert. Algorithmen/Künstliche Intelligenz kann helfen, faktenbasiert und ohne Emotionen die Entscheidungsfindung zu verbessern. Sehen wir sie als Hilfe für unsere in mancher Hinsicht beschränkten, menschlichen Fähigkeiten. In weniger als fünf Jahren, so Gartner, wird Künstliche Intelligenz unsere Arbeit massgeblich beeinflussen. #5 Bis 2022 ist das Blockchain-Geschäft 100 Milliarden Dollar schwer Die Blockchain-Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, Banken bangen um Teile ihrer Wertschöpfungskette. Zu Recht - Blockchain bietet zu viele Vorteile für den Kunden. als dass die Technologie sich wieder im Sande verläuft. Warum für etwas bezahlen, was es auch kostenlos gibt? Laut Gartner entstehen im Blockchain- und FinTech-Markt gerade die kommerziellen Facebooks und Googles der nächsten Generation. #6 Sieben digitale Giganten haben in Zukunft ihre Finger überall mit drin Die glorreichen Sieben - zu den nach Umsatz und Marktkapitalisierung grössten digitalen Giganten heute zählt Gartner: Google, Apple, Facebook, Amazon, Baidu, Alibaba und Tencent. Diese Top Seven werden nicht nur unsere Online-Tätigkeiten, sondern alle unsere Arbeiten, auch die analogen, durchdringen. Bis 2021, so Gartners Prognose, werden 20 Prozent aller Aktivitäten mit mindestens einem diesen Top Seven zu tun haben. Und zu tun haben heisst im Klartext: Ohne Google, Facebook, Amazon und Co. läuft gar nichts. #7 Für bimodale Experten: 1 Dollar in R&D benötigt 7 zusätzliche Dollars in Operations Gartner favorisiert das Modell der bimodalen IT - also ein für Jahre gleichberechtigtes Nebeneinander von in die Jahre gekommenen Legacy-Systemen und moderner Cloud-Mobile-IT, mit Fokus auf letzterer. Innovation schön  und gut, aber mit Innovation alleine ist es nicht getan. Vergessen Sie das Deployment und die operationalen Kosten nicht. Jeder Innovationsfranken zieht sieben Praxisfranken nach sich, damit das Neue auch in den produktiven Einsatz gehen kann und Mehrwert generiert Nächste Seite: Das IoT hilft, 1 Billion Dollar einzusparen #8 Bis 2020, durch Internet der Dinge (IoT) wird der Speicherbedarf von Rechenzentren nur um 3 Prozent steigen Drei Prozent, das klingt nach wenig und ist recht unspektakulär. Für alle IT-Experten jedoch ist Gartners Prognose Nummer 3 Anlass zur Freude. Das Internet der Dinge, Sensoren und dadurch verursachte zusätzliche Datenstöme werden den Speicherbedarf - und damit die Kosten - nicht spektakulär in die Höhe treiben. Denn die für das IoT benötigten Infrastruktur sei bereits da, meint Gartner. Schön wär's ja, warten wir es ab. #9 Bis 2022 wird das Internet der Dinge 1 Billion Dollar an Kosten für Wartung und Services einsparen helfen Predictive Maintenance - die vorausschauende Wartung - hat die Wirtschaft mittlerweile überzeugt. Besonders die Hersteller komplexer Maschinen verbessern mithilfe von Sensoren und Analytics ihren Service, vermeiden Ausfälle und verbessern die Kundenzufriedenheit. Im Gesundheitssektor und im Handel laufen viel versprechende Pilotprojekte. Risikogefährdete Patienten lassen sich durch Sensoren rund um die Uhr betreuen. Es klingt nach der Quadratur des Kreises: Der Service wird besser, die Kosten sinken. Konsumenten und Unternehmen werden vom Internet der Dinge stark profitieren, das können wir uns sehr gut vorstellen. #10 Bis 2020 werden die Krankenkassen 40 Prozent der Versicherten hohe Rabatte einräumen - weil sie Fitness-Armbänder tragen Die Diskussion über die digitale Transformation im Gesundheitswesen ist im vollen Gang, ein Konsens noch nicht erreicht. Einige Kassen gewähren ihren Mitgliedern Rabatte, wenn sie Gesundheits-KPIs über Fitness Tracker an sie übermitteln.
Bei den meisten Krankenkassen aber ist ein Konsens noch nicht erreicht. Gibt man mit Rabatten nicht den Solidaritätsgedanken auf? Werden kranke, behinderte und betagte Menschen dadurch nicht diskriminiert und bestraft?



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