Apple-Verkäuferin packt aus: Todesdrohungen und Knebelverträge, für 11,70 USD/Stunde

» Von Michael Kurzidim , 30.05.2016 15:42.

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Nicht tot zu kriegen: Star-Kult um Steve Jobs

Der Star-Kult um Steve Jobs ist immer noch sehr lebendig. Im Verkaufstraining gehe es gar nicht so sehr um die Produkte. Man bekomme vielmehr Dinge gesagt, wie zum Beispiel: Steve Jobs hat die Treppenhäuser in allen Apple Stores persönlich designt. Apple habe einen Steinbruch gekauft, sodass die Treppen und Fussböden in allen Niederlassungen gleich aussehen. Jobs habe sich um alles persönlich gekümmert, habe anfangs die Shops sogar selbst inspiziert.

Eine Apple-Besonderheit sei das sogenannte "Fearless Feedback". Es reichte nicht aus, einem Kollegen oder einer Kollegin ein Kompliment zu machen wie "Das hast Du super gemacht" oder "Spitzenmässig, wie Du das hinbekommen hast". Erwartet wurde sehr spezifisches Feedback mit Angabe von Gründen, und das mindestens ein Mal am Tag. Jeder musste einem Kollegen ein "Fearless Feedback" pro Tag geben, und bekam selbst auch eins. Die Manager haben das überprüft. In Konsequenz haben wir uns gegenseitig sehr genau auf die Finger geschaut.

Apple-Maske: "Ich habe das gehasst"

Es war, als ob man sich jeden Tag eine Apple-Maske übergestülpt hätte. "Ich habe das gehasst", sagte die Informantin zum Business Insider. Viele Mitarbeiter, mit denen sie gesprochen habe, wären nach Hause gefahren und hätten geheult, weil sie den Anforderungen nicht mehr gewachsen waren.

Angefangen habe sie 2010 mit einem Gehalt von 7,20 britischen Pfund pro Stunde. Im Vergleich zu anderen Retailern sei das eine ganz gute Bezahlung gewesen. Manche steigen auch mit neun Pfund ein. Sicher, es gebe in einem Apple Store auch besser bezahlte Jobs, etwa im technischen Kunden-Support. Diese Jobs seien aber nicht sonderlich beliebt, weil es der Support mit den wirklich sehr verärgerten Kunden zu tun habe.

Kunden-Schimpfe: 'Lazy fucking Bitch'

Gewiss, es gebe grossartige Kunden. Viele kommen jedoch, um sich über etwas zu beschweren, was nicht richtig funktioniert. Einmal habe sich ein Kunde über ein Accessoire beschwert, das gar nicht von Apple stammte, sondern von einem Drittanbieter. Sie habe sich trotzdem dafür entschuldigt. Aber der Kunde habe sie eine "lazy fucking bitch" genannt, ihr die Kündigung nahegelegt und gesagt, sie solle doch zur Hölle fahren. Solche Erlebnisse seien sehr entmutigend.

Das Beste am Apple Store aber seien die Kolleginnen und Kollegen. Die meisten sind entweder Musiker oder Grafik-Designer - sehr kreative Leute, die supercoole Sachen machen.

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