Virtualisierung im Dienste der Ökologie

Rechenzentren gehören weltweit zu den grössten Stromverbrauchern. Kühlung und Betrieb verschlingen Energie. Moderne Virtualisierungs- technologien können helfen, die Zahl der Systeme zu verringern und damit die Energiebilanz der Rechenzentren nachhaltig zu verbessern.

Mit Virtualisierung lassen sich Kosten und Energie sparen.
    

» Von René Bersier , 05.07.2007 12:23. Letztes Update, 05.07.2007 12:26.

René Bersier ist Systems Consultant bei IBM Schweiz.

Moderne Rechenzentren benötigen im Vergleich zu typischen Büroflächen durchschnittlich rund 15 Mal mehr Energie pro Quadratmeter. In extremen Fällen kann der Energieverbrauch sogar das 100-fache betragen. Unabhängige Studien zeigen, dass sich die Energiekosten und der Energieverbrauch von Rechenzentren in weniger als 10 Jahren verdoppeln werden (unverändertes Wachstum und gleich bleibende Energieeffizienz vorausgesetzt). So schätzt zum Beispiel der Marktbeobachter IDC, dass Unternehmen bereits in fünf Jahren für jeden in IT-Hardware investierten Dollar weltweit einen weiteren Dollar für Energie und Kühlung dieser Hardware ausgeben müssen.

Mit insgesamt ungefähr 4000 Rechenzentren in der Schweiz besteht Handlungsbedarf. Denn die Schweizer Rechenzentren verbrauchen bereits heute beeindruckende 500 Megawatt. Genug, um den Strombedarf von bis zu 62500 Haushalten zu decken.

International sind die Zahlen noch dramatischer: Alleine in den USA benötigen alle Rechenzentren zusammen bereits heute genauso viel Energie wie der gesamte Staat Utah oder wie die mehr als 300 Millionen TV-Geräte in Amerikas Haushalten.

Energieeffizienz im Rechenzentrum umfasst jedoch weit mehr als nur den Energieverbrauch. Es geht auch um die Herstellung, den Vertrieb und die Logistik bis zur Entsorgung. Die Optimierung der Systeme wird ebenfalls zentral. Dazu gehören zum Beispiel die Reduktion der CPU-Last durch optimierte Applikationen, effizientere Software und eine höhere durchschnittliche Auslastung bereits bestehender Komponenten.

Virtualisierung als Lösung

Vor diesem Hintergrund bietet eine bekannte Technologie neue Möglichkeiten: Die Virtualisierung von Server- und Speichersystemen kann die Zahl der physikalisch benötigten Systeme massiv verkleinern und somit auch den Energie- und Kühlbedarf grösserer IT-Installationen verringern. Eine zügige Einführung der Virtualisierungstechnologie in der IT-Industrie erlaubt so nicht nur eine Entlastung der Umwelt, sondern gleichzeitig eine Reduktion der Betriebskosten, eine bessere Ausnutzung der bereits aufgestellten Systeme sowie eine flexiblere IT-Infrastruktur, die sich schneller an sich verändernde Anforderungen anpassen lässt.

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