Top-Tempo-Sprinter Flash: volles Tempo, halber Preis

Flash wirkt als Performance-Rakete. Aber nur dann, wenn auch das Netzwerk und der Storage Controller einen hohen Datendurchsatz bringen. Der Trend geht zu All-Flash: Anbieter kämpfen mit aggressiven Rabatten um Marktanteile.

» Von Michael Kurzidim , 10.03.2016 15:49.

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Flash ist der Formel-1-Bolide unter den Speichertypen. Seit der Einführung des Tempo-Riegels misst man die Performance, also die Zugriffszeit auf gespeicherte Daten, nicht mehr in Millisekunden, sondern in Mikrosekunden. Flash-Speicher ist also über den Daumen gepeilt tausend Mal schneller als herkömmliche Festplatten (HDD Hard Disk Drives), bei denen noch mechanische Schreib-/Leseköpfe bewegt werden müssen. Und die Preise fallen: Nahezu alle von Computerworld angefragten Hersteller, zum Beispiel Netapp, EMC, Hitachi Data Systems (HDS) oder Fujitsu, melden eine stark angezogene Nachfrage auch auf dem Schweizer Markt.

«Wir sehen heute grundsätzlich keine Installation mehr ohne Flash», unterstreicht Bruno Kocher, Presales Manager bei HDS. Gestern mussten die Lösungsanbieter gegenüber ihren Kunden begründen, wenn sie Flash in ihren Speicher einbauen wollten, denn Flash war teuer. Heute dagegen, so Koch, sei die Fragestellung: Warum nicht Flash?

Trabi mit Ferrari-Motor

Doch Flash einfach in die Speicherlandschaft einzupfropfen ähnelt dem Versuch, einen Ferrari-Motor in einen ostdeutschen Trabant einzubauen, um damit die Spitzengeschwindigkeit zu erhöhen. Ab Tempo 110 Km/h werden beim Trabi die Reifen qualmen. Auch bei einer Speicherlösung wird die Performance nicht nur von der Hochleistungs-Engine Flash, also den Input-Output-Operations pro Sekunde (IOPs), sondern vom Netzwerk, vom Storage Controller (Prozessor) und von der Storage Software beeinflusst.

Die Gesamtlösung ist nur so schnell wie das langsamste Glied in der Kette. Ein Beispiel: Gestern, im Zeitalter der mechanischen Plattenspeicher, waren ein 4 Gbps Fibre Channel (FC) oder ein 1 Gbps Ethernet noch vollkommen ausreichend. Heute mutiert ein solches Netz zum Flaschenhals. Auf der sicheren Seite stehen Sie mit einem Netz-Datendurchsatz von 8/16 Gbps FC oder einem 10 Gbps, besser 25 Gbps Ethernet.

Flaschenhals Storage Controller

Ein zweiter potenzieller Flaschenhals ist der Storage Controller, der Türsteher zur Speicherlösung. Zwar sind heute verbreitet Multi-Kern-/Multi-Thread-Prozessoren im Einsatz, aber die Speicher-Software muss diese Fähigkeiten der Prozessoren auch nutzen können. Ein 8-Kern-Prozessor ähnelt einer achtspurigen, parallelen Datenautobahn. Kann die verwendete Speicher-Software aber gar nicht alle acht Kerne parallel ansprechen (sondern immer nur einen Kern), dann rumpeln die Datenpakete seriell, also hintereinander, über die einspurige Landstrasse zum Endanwender. Der wundert sich dann über die trotz Flash hohe Verzögerung.

Diese Stolpersteine auf dem Weg zum Hochperformanz-Speicher sollten Sie im Hinterkopf behalten. Wenn dagegen alle Komponenten zusammenpassen, ist optimale Performance garantiert. Sascha Meier, Field CTO bei EMC, verweist auf Schweizer Grosskunden und Service Provider aus der Telekommunikationsbranche, auf Finanzinstitute und Kunden aus dem öffentlichen Sektor, die Flash-Lösungen von EMC einsetzen. Flash beschleunigt sämtliche transaktionalen Workloads, etwa Datenbanken, virtualisierte Umgebungen oder latenzsensible VDI-Lösungen. Auf Alltagsdienste wie ihren virtualisierten Desktop oder auf Datenbankabfragen warten Endanwender nicht gerne. In grösseren Archivsystemen oder Backup-to-Disk-Lösungen würden SSD Drives (Flash/Solid State Disk) jedoch bislang nur zur Beschleunigung der Metadaten eingesetzt. Die Daten selbst lagern zurzeit noch auf herkömmlichen SAS-Festplattenspeichern.

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