Newcomer: Vom Start weg erfolgreich

Viel bewegt sich im Schweizer IT-Markt. Fast jedes zwölfte Unternehmen ist erstmals im Top-500-Ranking vertreten. Computerworld fragte die «New Kids on the Block» nach ihren Erfolgsrezepten.

» Von Mark Schröder, 21.08.2008 06:25. Letztes Update, 21.08.2008 16:29.

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Der Schweizer IT-Markt ist offenbar ein gutes Pflaster für junge Unternehmen. Nicht weniger als acht Prozent der Top 500 umsatzstärksten IT- und Telekommunikationsfirmen hierzulande sind neu in der Computerworld-Bestenliste. Die zehn erfolgreichsten Neueinsteiger weisen alle einen zweistelligen Millionenumsatz auf. Die Umsatzspanne reicht dabei von 75 Millionen Franken beim Spitzenreiter Fincons Group (Platz 82) bis zu den immerhin noch rund drei Millionen der IT-Dienstleister Braso Computer sowie Derivative Partners (gemeinsam auf Rang 496). Alle 37 neuen Firmen in der Top-500-Liste setzen zusammen über 400 Millionen Franken um - das ist mehr als das Branchenschwergewicht BT British Telecom (Platz 21).

Mehr Mitarbeiter als Sunrise

Mehr als die Hälfte der neu erfassten IT-Unternehmen liefern Beratungs- und Dienstleistungen, 14 Konzerne entwickeln Software. Etwa jede dritte Firma verdient ihr Geld mit Systemintegration und auf Ausbildung haben sich vier Unternehmen spezialisiert. Ausserdem vertreten sind Assemblierer, Distribution, Einzelhandel, Netzwerk und Telekommunikation sowie Webdienstleistung.

Mit mehr als 2200 Mitarbeitern geben die neu aufgenommenen IT-Firmen gemeinsam mehr Mitarbeitern einen Arbeitsplatz als die in der Top-500-Liste zweitplatzierte Sunrise. Der Telefonkonzern hat nur rund 2100 Arbeitnehmer. Die Fincons Group - das erfolgreichste IT-Unternehmen auf dem Schweizer Markt, das erstmals erfasst wurde - beschäftigt davon den Löwenanteil von 660 Personen. Es geht aber auch anders: Mit einem einzigen Mitarbeiter, dem Inhaber selbst, generiert die Ein-Mann-Firma IronPort Systems (Platz 489) immerhin noch einen Umsatz von geschätzten 3,2 Millionen Franken mit Netzwerk- und Telekommunikationsausrüstung.

Fincons: Pole Position mit Nearshoring

Spitzenreiter unter den neu notierten Schweizer IT-Unternehmen ist die Fincons Group (Rang 82). Bei dem internationalen Konzern mit Hauptsitz in Bern sind die über 600 Mitarbeiter damit beschäftigt, den Kunden IT-Beratung sowie Dienstleistungen und Software anzubieten. Dabei kommen Standardprodukte wie Microsoft, Oracle, SAP oder VMware genauso zum Einsatz wie selbst entwickelte Lösungen.

Im rumänischen Bukarest gründete Fincons die European Software Factory: Circa 100 Angestellte programmieren dort Software für Kunden der gesamten Gruppe und leisten Support. Die Entscheidung für das Nearshoring fiel laut Fincons bewusst, um Schwierigkeiten durch lange Distanzen, unterschiedliche Zeitzonen und Kulturen zu vermeiden. Diese Argumente sprachen gegen das Outsourcen von Entwicklung und Support etwa nach Indien oder China. Die Kosten der Nearshoring-Lösung konnten vergleichsweise gering, die Qualität dagegen hoch gehalten werden. Fincons Kunden, darunter der Kanton Tessin, die Grossbank UBS und die Zürich Versicherung, überzeugte diese Lösung offenbar. Die Gruppe konnte 2007 einen Umsatz in Höhe von 75 Millionen Franken erzielen.

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