LCD-Smartphones werden besser

Die vier Buchstaben IGZO stehen für eine neuartige LCD-Technologie, die in Zukunft noch höhere Pixeldichten ermöglichen soll. Sharp hat jetzt in Japan das erste Smartphone mit einem solchen Bildschirm vorgestellt.

Das Aquos Phone Zeta SH-02E von Sharp.Das Aquos Phone Zeta SH-02E von Sharp.

» Von Hannes Weber , 11.10.2012 14:59.

IGZO steht für Indium-Gallium-Zink-Oxid, ein Halbleitermetall. Dieses kann gemäss Wikipedia als Dünnschichttransistor (englisch: thin-film transistor, kurz TFT) in LCD-Bildschirmen verwendet werden und somit das üblicherweise dafür verwendete Silizium ersetzen. Der Vorteil von IGZO: Es weist eine 40-mal höhere Elektronenbeweglichkeit als amorphes Silizium auf. In der Praxis bedeutet das für die Bildschirmproduktion: kleinere Pixel (und somit höhere Pixeldichten) sowie schnellere Reaktionszeiten.

Der japanische Display-Spezialist Sharp hat jetzt das erste Smartphone mit einem solchen IGZO-LCD-Display vorgestellt. Das Aquos Phone Zeta SH-02E ist beim japanischen Mobilfunkprovider NTT Docomo erhältlich und verfügt über einen 4,9-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 x 720. Wie Sie anhand dieser Werte vermuten können, schöpft der Bildschirm damit das Potential der neuen Technologie bei Weitem nicht aus. Die Pixeldichte liegt beispielsweise mit 300 ppi unter der des Samsung Galaxy S3 oder des iPhone 5.

Sehr hohe Pixeldichten möglich

Zum Vergleich: Möglich wären Pixeldichten mit weit über 400 ppi. Erst kürzlich gab Sharp bekannt, dass die Massenfertigung von Smartphone-Displays mit einer Pixeldichte von beeindruckenden 443 ppi begonnen hat, die basieren aber noch auf einem anderen Halbleiter, nämlich Continuos Grain Silizium (CG-Silizium). Ein Prototyp mit IGZO, den Sharp kürzlich zeigte, kam sogar auf eine Pixeldichte von 498 ppi bei einer Auflösung von 2560 x 1600 auf 6,1 Zoll.

Und es geht sogar noch höher: Japan Display präsentierte im Juni bereits ein Display mit einer Pixeldichte von unglaublichen 651 ppi. Es stellt auf einem 2,3-Zoll-Bildschirm die Auflösung von 1280 x 800 Bildpunkten dar. Japan Display verwendete dafür allerdings nicht IZGO, sondern polykristallines Silizium.

Reaktionsschnell und stromsparend

Davon ist Sharps erstes IZGO-Smartphone also noch weit entfernt. Aber das neue Halbleitermetall hat nebst der möglichen höheren Pixeldichte noch weitere Vorteile. So sollen IGZO-Touchscreen präziser auf Eingaben reagieren. Ein weiterer Vorteil des neuen Halbleitermetalls: IGZO-Displays verbrauchen deutlich weniger Strom als bisherige LCD-Displays. Im aktiven Betrieb rund 25 Prozent weniger, beim Anzeigen eines statischen Bildes sogar nur ein Viertel eines gewöhnlichen LCD-Displays, wie The Verge schreibt.

Der Tech-Blog hatte bereits Gelegenheit, das Aquos Phone Zeta SH-02E auszuprobieren. The Verge zeigte sich zwar vom ersten IGZO-Handy ein wenig enttäuscht, was aber in erster Linie am wie erwähnt noch nicht ausgeschöpften Potential liegt. In Zukunft dürften damit weit beeindruckendere Displays möglich sein.

Ob das Sharp Aquos Phone Zeta SH-02E auch in der Schweiz auf den Markt kommt, ist nicht bekannt.

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