Forschung: Mikrofasern aus Siliziumdioxid

Mitarbeiter des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Nanoscienze an der italienischen Università del Salento haben ein Verfahren entwickelt, das die Herstellung von Mikrofasern aus Siliziumdioxid ermöglicht.

Nano-Modell: neue Mikrofasern aus Siliziumdioxid

weitere Artikel

» Von pte/Harald Jung, 24.09.2012 09:44.

Die neuartige Technologie der synthetischen SiO2-Produktion könnte somit zu einer kostengünstigen und umweltfreundlichen Alternative zu den bisher üblichen industriellen Fertigungsmethoden werden.

Reiche Vorkommen

«Siliziumdioxid ist eine der in der Natur am reichlichsten vorkommenden Verbindungen», erläutert Projektleiter Dario Pisignano. Es wird nicht nur zur Herstellung von Glas, Keramik und Lichtleitern, sondern auch in zahlreichen elektronischen Geräten und in der Medizintechnik verwendet. Laut Pisignano gibt es in der Natur zahlreiche Organismen, die diese Substanz selbstständig produzieren können. «Viele Arten von Meeresschwämmen synthetisieren Silica, um Stützgerüste aufzubauen und damit ihre typische Skelettstruktur zu formen», so der Fachmann.

Mithilfe einer künstlichen Siliziumdioxid-Variante und von handelsüblichen Litographieverfahren konnte das Entstehen von Silica unter Laborbedingungen gezielt hervorgerufen werden. «Diese synthetischen Mikrofasern sind genau dem strukturellen Aufbau von Naturschwämmen nachempfunden», präzisiert Pisignano. Sie könnten als Lichtleiter auf mobilen Kleinrechnern als «lab-on-a-chip» eingesetzt werden, die einen Lichtstrahltransport auf kürzeste Entfernung und unter höchster Genauigkeit benötigen.

Neue geometrische Formen

Das Verfahren hat den Fachleuten zufolge ökologische Vorteile, da es im Gegensatz zu den üblichen Produktionstechniken bei Raumtemperatur und unter Verwendung umweltneutraler Wasserlösungen abläuft. Längerfristig geht es darum, neue geometrische Formen zu entwickeln sowie die optischen und elektronischen Eigenschaften des Kunst-Silica zu optimieren.

Derzeit wird an Lösungen gearbeitet, die die Fertigung von Isolierschichten für elektronische Schaltkreise zum Ziel hat. Die in der apulischen Provinzhauptstadt Lecce durchgeführte Untersuchung ist in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Mainz erfolgt. (www.pressetext.com)

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der IDG Communications AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

MiniAds