Orbit 2009: Trends und Highlights

Zwar leidet auch die berühmteste IT-Messe der Schweiz unter Wirtschaftsflaute und Ausstellerschwund. Gleichwohl werden Top-Produkte präsentiert.

» Von Daniel Bader, 07.05.2009 16:35. Letztes Update, 07.05.2009 16:37.

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Gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise und sinkender Budgets setzen Unternehmen noch stärker auf ausfallsichere und kosteneffiziente Produktstrategien. Auf der Messe stehen deshalb Sicherheits-, Netzwerk- und Storage-Produkte besonders hoch im Kurs.

Sicherheit für Unternehmen

Eine gewohnt starke Messepräsenz zeigen die klassischen Sicherheits-Software-Hersteller wie Kaspersky, G Data, Sophos, Symantec und Trend Micro. G Data (Halle 6, Stand A 30) lanciert gleich fünf neue Business-Produkte exklusiv zur Orbit. Country Manager Matthias Walcher bestätigt den Trend: «Unser Fokus liegt auf Netzwerksicherheit.» Die Security-Suiten «ClientSecurity Business» und «ClientSecurity Enterprise» sollen mit Viren-, Phishing- und Spam-Filter sowie einer Firewall für grösstmöglichen Schutz sorgen. Zudem ist eine Mailserver-unabhängige Gateway-Lösung implementiert, die Mails auf potenzielle Infektionen hin untersucht.

Spannend dürfte es auch bei Trend Micro (Halle 6, B 20) werden: Der Hersteller zeigt sein «Smart Protection Network», das auf eine Cloud-Client-Architektur für Content-Sicherheit aufsetzt und neue Webthreats abwehren soll.

Netzwerklösungen

Erste Anlaufstelle für neue Netzwerklösungen ist Studerus: Beim Messeauftritt
(Halle 5, C 33) steht die nächste Internetgeneration mit Fiber-to-the-Home (FTTH), Security Appliances, Business-Lösungen und Netzwerkspeicher im Fokus. Speziell für die Messe zeigt dort der Hersteller ZyXEL die neu lancierte USG-Firewall «ZyWall USG 2000» (USG = Unified Security Gateway). Gegenüber Standardprodukten will deren leistungsstarke Brandschutzmauer mit einem hohen Funktionsumfang und Sicherheitsstandards überzeugen. Unterstützt werden unter anderem Hybrid-VPN, IPSec, SSL, L2TP und Remote-Anbindungen zu Clients. Daneben bringt der Hersteller die Network-Storage-Appliance «ZyXEL NSA-2401» in Position. Der Netzwerkspeicher soll als kostengünstige Erweiterung der Speicherkapazitäten in Unternehmensnetzwerken zum Einsatz kommen. Neben RAID- und Hotspare-Features bietet der NSA-2401 eine, so ZyXEL, individuell anpassbare Weboberfläche.

Mit Netgear (Halle 5, E 32) ist zudem ein weiterer Netzwerkspezialist vor Ort. Die Firma wird die kürzlich angekündigte Produktfamilie «ProSecure Threat Management» (STM) zeigen. Sie umfasst die Geräte STM150, STM300 und STM600. Letzteres Modell soll von bis zu 600 Nutzern simultan genutzt werden können.

Kosteneffizient speichern

Neben webbasierten Sicherheitslösungen rücken auf der Messe auch neue Storage-Systeme in den Fokus. Unternehmen benötigen nicht nur ausfallsicherere Backup- und Restore-Möglichkeiten, sondern suchen nach Wegen, wachsende Datenmengen mit Deduplizierungstechniken zu reduzieren, was Kosten senkt.

Backup- und Restore-Profi Acronis bietet neu mit der «True Image Virtual Edition» eine Disaster-Recovery-Lösung speziell für virtualisierte Umgebungen auf Citrix-Xen-Server an. Die Festplatten-orientierte Datensicherheitslösung soll ein schnelles und umfassendes Recovery von Geschäftsdaten garantieren. «Dadurch werden», so Michael Schmidt, Country Manager Switzerland von Citrix, «die Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit der Daten gewährleistet. Die Lösung passe zudem optimal zur
Citrix-End-to-End-Virtualisierungsstrategie. Vorführungen finden täglich zwischen 15.15 und 15.45 Uhr (Halle 6, A 28) statt.

Der Anbieter FalconStor (Halle 6, A 34) stellt seine hochverfügbare Deduplizierungstechnologie «FDS» (File Deduplication System) mit NAS-basiertem Disk-to-Disk-Backup vor. Das Deduplizierungskonzept eignet sich für kleine bis grosse Firmen und soll sich unterbrechungsfrei in jede Backup-Umgebung integrieren lassen. Der Speicherplatzbedarf wird um bis zu 50 Prozent reduziert, so Vice President Wayne Lam.

Mobile Computing und E-Business

Neben den klassischen Schwerpunkten Hardware, Sicherheit und Netzwerkinfrastruktur spielen in diesem Jahr auf der Orbit auch die Themen Mobile Computing/E-Business, Software as a Service und integrierte Gesamtlösungen verstärkt eine Rolle. PostFinance (Halle 5, C34) präsentiert neue Lösungen rund ums elektronische Bezahlen. Bereits Ende April ging die Post in die Offensive und lancierte ihre neue Dienstleistung Handy-Banking, mit der PostFinance-Kunden ihren Kontostand und die Kontobewegungen via Mobiltelefon abrufen können. Überweisen kann man zurzeit jedoch nur von Postkonto zu Postkonto. Aus Sicherheitsgründen besteht ausserdem ein Limit von 100 Franken pro Tag. Für die neuen Handy-Dienste fallen keine zusätzlichen Gebühren an.

An professionelle Onlineshop-Betreiber richten sich die E-Payment-Lösungen der PostFinance. Die Bezahlplattform ist PCI-zertifiziert und soll in typische Shops integrierbar sein. Die E-Rechnungslösung von PostFinance wiederum wendet sich an Geschäfts- wie Privatkunden, die so Rechnungen und Gutschriften auf elektronischem Weg erledigen.

Mobile Applikationen wie «Mobile Couponing» und «Mobile CRM» zeigt die Alcatel-Lucent-Tochterfirma MNC (Halle 3, B12). Die Kernplattform «smsBox Professional» stellt ein breites Angebot mobiler Info-,
Chat-, Voting- und Multimediadienste über die Kommunikationskanäle SMS, MMS, WAP und Java-Anwendungen bereit. Sie enthält neben dem Modul Mobile Marketing (mMarketing) für SMS-Kampagnen auch eine mobile E-Commerce-Lösung (mCommerce), die es erlaubt, via Handy einzukaufen und mit dem Handy-Rechnungsdienst von PostFinance zu bezahlen. Ausserdem wird die mobile Ticketing-Anwendung «SMS-Nachtzuschlag» des ZVV präsentiert, mit der MNC am diesjährigen Swiss Web Award in der Kategorie Technology Innovation den dritten Platz gewann.

Intelligente Unternehmens-Software

Abacus (Halle 3, D34) hat seine Software «AbaWebTreuhand», mit der bereits über 50 Treuhänder übers Internet im Mietmodus arbeiten, erweitert. Zusätzlich zur Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung können nun auch die Hilfsbücher Debitoren und Kreditoren im SaaS-Modus genutzt werden. Ausserdem präsentiert das Unternehmen mit «digital erp 2009» die jüngste Generation seiner Business-Software. Sie ist als Ultra-Light-Client konzipiert und eignet sich daher besonders für die SaaS-Nutzung übers Internet. Detailverbesserungen sollen den Zahlungs- und Abbuchungsverkehr erleichtern.

Der Business-Intelligence-Spezialist QlikTech (Halle 4, A26), der Anfang des Jahres seine Filiale in Zürich eröffnet hat, zeigt sein Analyse- und Reporting-Tool «QlikView». Das Werkzeug nutzt In-Memory-Technologie, lädt also sämtliche benötigten Daten von heterogenen Datenquellen in den Hauptspeicher des Qlik-Servers. Dort verknüpft ein Algorithmus, auf den QlikTech ein Patent hält, die Daten über Schlüsselfelder. Der aktuelle «BI Survey 8» bescheinigt der In-Memory-Technologie von QlikTech grosse Performance-Vorteile (www.bi-survey.com).

Detaillierte Qlik-Datenanalysen und Reports in Echtzeit sind seit Kurzem auch auf dem iPhone möglich. Die Anwendung nutzt Multi-Touch- sowie GPS-Funktionen und Cover-Flow-Diagramme des Apple-Handys und lässt sich gratis im Apple AppStore herunterladen. Typisch iPhone: Durch Schütteln des Geräts werden bisher getätigte Selektionen aufgehoben.

Integrierte Gesamtlösungen

Swisspro (Halle 6, A10) propagiert auf der Orbit «ToSo» (Total Office Solution), eine ICT-Arbeitsplatzgesamtlösung für kleine und mittlere Unternehmen. ToSo ist ein Komplettsystem mit PC-Workstation, zentralen Servern für gemeinsame Daten, einer Datenbank sowie Kalender-, Kontakt- und Aufgabenmodulen. Für die Sicherheit sorgen automatische Backups und ein SSL-verschlüsselter VPN-Remote-Zugang. Die Gesamtlösung erfüllt laut Swisspro den eidgenössischen Bankenstandard EBK und ist beim Kunden vor Ort innerhalb weniger Stunden einsatzbereit. Swisspro gibt eine hundertprozentige Funktionsgarantie zum Fixpreis.

Nach Verbrauch rechnet die in Swisspro-Rechenzentren betriebene klassische Telekommunikationslösung HostedPBX ab. Firmen sparen dadurch Kosten, die ansonsten durch die Neuanschaffung zusätzlicher Hardware sowie durch zusätzliche Software-Updates und Wartungsleistungen anfallen würden. Bei HostedPBX dagegen werden nur die zeitlich bezogenen Leistungen für Endgeräte, Lizenzen und Sprachkanäle in Rechnung gestellt.

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