Gezogenes Germanium leuchtet

» Von pd/jst, 22.04.2013 10:16.

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Die Brücke leuchtet

Die Forscher haben jetzt gezeigt, dass Germanium unter Zugverspannung zu leuchten beginnt. Es braucht jedoch ziemlich viel Verspannung, mehr als 30 Tonnen verteilt über eine Fläche von 1 cm mal 1 cm. «Dies entspricht der Zugkraft einer typischen Lok der SBB», veranschaulicht Martin Süess, Doktorand an der ETH und Erstautor der Veröffentlichung. Um solche Kräfte erzeugen zu können, benützen die Forscher einen simplen Trick: Sie starten mit leicht verspannten Germanium-Schichten, hergestellt von den Forschern aus Como, und entfernen in einem Bereich das meiste Material, so dass am Ende nur ein schmaler Streifen übrig bleibt, auf den sich die gesamte Spannung konzentriert. So entsteht eine «freistehende Brücke», die hoch verspannt ist. Genau diese Verspannung macht es möglich, effizient Licht im Germanium zu generieren und theoretisch sogar einen Laser zu entwickeln.

«Der Grundbaustein der Arbeit ist damit geleistet», sagt Hans Sigg vom PSI. «Bis die leuchtenden Brücken aber tatsächlich Laserlicht produzieren, braucht es noch weitere Entwicklungsarbeit.» So konzentriert sich das Forschungsteam um Sigg nun auf die Entwicklung einer laserfähigen Resonator-Struktur, die auf dem jetzt vorhandenen Prinzip aufgebaut werden kann. Diese bereits laufende Arbeit ist Teil der Doktorarbeit von Richard Geiger. Weitere Unterstützung erhält Siggs Team von Forschern am Politecnico di Como, wo das gefragte Grundmaterial – eine dünne Germaniumschicht auf Siliziumscheiben – hergestellt wird.

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