Ein Administrator für 400 PCs
Dem Kanton Luzern wurde der Aufwand für die Betreuung seiner 4000 Schulcomputer und 4500 PCs in der Verwaltung schlichtweg zu viel. Eine neue, zentralisierte Struktur macht jetzt alles einfacher - und spart Energiekosten.

» Von , 29.06.2009 12:58. Letztes Update, 29.06.2009 13:33.
Das Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern besitzt 4700 Computer, die auf 30 Standorte im ganzen Kanton verteilt sind. Jeden Tag nutzen 16000 Schüler, 2000 Lehrkräfte und 700 Verwaltungsmitarbeiter die Geräte. Bis vor vier Jahren war jedes Schulgebäude mit eigenen Servern - insgesamt 80 Stück - ausgerüstet. Für Support und Wartung hatten die Standorte bis dahin jeweils verantwortliche Informatiker. Die dezentrale Organisation, der damit verbundene Wartungsaufwand und die hohen Energiekosten bewogen die Luzerner, die komplette Struktur neu zu überdenken. Ziel war eine zentralisierte, effektive Administration. Ab 2004 wurden daher in einem ersten Schritt alle Server nach Luzern gezügelt. Um aber auch die Clients effektiv administrieren zu können, war neue Technik nötig. «Wir suchten nach einem Produkt, das Wartung und Support der Rechner vereinfacht und uns gleichzeitig hilft, Energiekosten zu sparen», erzählt Tony Wyss, der IT-Verantwortliche des Bildungs- und Kulturdepartements.
Fernwartung mit Intel vPro
Die Entscheidung für Intels vPro-Technologie (siehe Kasten) fiel dabei quasi ohne Evaluierungsphase. Obwohl Intels Hauptkonkurrent AMD mit seinen Phenom-Prozessoren mit RS780- und SB700-Chipsätzen eine Alternative mit ähnlichen Funktionen anbietet, hat Wyss nicht lange überlegt: «Wir arbeiteten bereits seit vier Jahren mit Intel-Boards und -Prozessoren. Es lag auf der Hand, das bestehende Wissen weiterzuverwenden». Nachdem die wichtigsten Knoten bereits im Jahr 2004 an ein 10-GB-Glasfasernetz angeschlossen worden waren, wurde 2008 damit begonnen, sämtliche Clients auf Intels vPro-Technologie umzurüsten. Betroffen war diesmal allerdings nicht nur das Bildungs- und Kulturdepartement, sondern gleich die gesamte Kantonale Verwaltung, insgesamt also 8500 Rechner.
Auch für die kantonale Verwaltung Luzern bringe vPro viele Vorteile, erklärt der dafür verantwortliche Projektleiter Lawrence Reid. So liessen sich bis zu 400 Rechner von einem einzigen Techniker verwalten. Probleme und Störfälle können aus der Ferne (Remote) analysiert und gelöst werden. Die PCs melden sich sogar selbstständig, wenn sie ein Problem feststellen, etwa Virenbefall, abgestürzte Betriebssysteme oder ein defektes RAM. In solchen Fällen lassen sich einzelne Rechner «auf Knopfdruck binnen weniger Minuten neu aufsetzen», so Reid. Ziel ist, dass die verantwortlichen Techniker sämtliche Probleme Remote von Luzern aus lösen und nur dann zu den Standorten fahren, wenn sie Hardware austauschen müssen. «Dadurch sparen wir rund ein Viertel der Kosten», führt Reid aus.
Komfort mit Folgekosten

Sämtliche PCs im Bildungs- und Kulturdepartement Luzern werden remote verwaltet
Nebst der kostenintensiven Anschaffung bringt vPro einen weiteren Nachteil mit sich:Notebooks lassen sich nur dann ins Netzwerk einbinden, wenn diese mit vPro ausgerüstet sind. Das schränkt Schüler, Lehrer oder Verwaltungsmitarbeitende ein, wenn sie ihre privaten Laptops mitbringen. Laut Wyss gibt es für Lehrpersonen allerdings vereinzelte Lösungen. Die privaten Notebooks hätten dann aber nur Internetzugriff und vereinzelt Zugang zu den Laufwerken und Druckern. Schüler dürfen keine eigenen Notebooks einklinken. Ins Internet kommen sie trotzdem, dafür steht in ausgewählten Schulzimmern WLAN bereit. Abgesehen davon hat die Umstellung für die Anwender kaum Folgen. Sie sehen am Bildschirm die gewohnte Oberfläche. Im Vergleich zu vorher dürfen sie aber nichts mehr auf der lokalen Festplatte speichern, sonst gehen alle Daten verloren, wenn ein PC im Notfall in den Ursprungszustand zurückgesetzt wird. Für die Schulen, so ist Reid überzeugt, bringt vPro insgesamt aber mehr Vorteile: Durch die Konzentration der IT würden Ressourcen frei, dadurch könnten neue Projekte wie zum Beispiel eine zentrale Mediendatenbank realisiert werden.



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