Die IT ist beim Klimaschutz angekommen
» Von , 03.07.2007 09:33.
Hersteller in der Vorreiter-Position
Das wird sich allerdings rasch ändern. Denn IT-Industrie, Energieversorger und Regulierer sind dabei, ihre Kräfte zu bündeln. Dafür steht etwa das seit 2002 vorhandene Gütesiegel für energieeffiziente Geräte «Energy Star». Es wurde aufgefrischt im April in der EU in Kraft gesetzt. In den USA gilt -«Energy Star 4.0» seit dem 20. Juli. Zudem hat die EU Richtlinien zur Energieeffizienz erlassen und fordert bis 2015 eine Reduktion des Energieverbrauchs um neun Prozent.
Die USA sind aber bereits einen Schritt weiter als Europa. Denn dort kommen die Impulse von den IT-Herstellern selbst. Ende 2005 verpflichteten sich beispielsweise Sun, AMD, IBM und HP, das Thema Energiesparen im Rechenzentrum zum zentralen Bestreben zu machen. Sie gründeten die Initia-tive «The Green Grid», welche von der EPA unterstützt wird.
Da die Bedürfnisse der Menschen nach ICT-Anwendungen und -Diensten weiter wachsen, soll der Ausbau unter möglichst schonender Nutzung vorhandener Ressourcen geschehen. Immer mehr Unternehmen unterstellen sich deshalb als Ganzes einem Responsibility-Programm, das sich ökologisches Wirtschaften auf die Fahne geschrieben hat. So investiert allein Sun jährlich zwei Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung, wobei ihr «Eco Responsibility Program» eine wichtige Rolle spielt. Zudem hat sich Sun der EPA gegenüber verpflichtet, ihre Treibhausgas-Produktion bis 2012 um 20 Prozent zu senken.
Wie umfassend sich das ökologische Engagement heute präsentiert, zeigt auch das energieeffiziente Recycling. Im März wurde die weltweite Initiative «Step» (Solving the E-Waste Problem) der UN gestartet. Mit ihr wird der Entsorgung von den weltweit über 300 Millionen Computer, pro Jahr begegnet. Wie notwendig das ist, lässt sich an den immer kürzeren Produktezyklen und wachsenden Märkten ablesen, welche die Elektroschrottberge rasant wachsen lassen.
Beispiel Rechenzentrum
100000 Dollar gespart - dank neuesten Rechnern
Anreize zum Energiesparen gehen beim Vorreiter USA von der Energiewirtschaft aus. So lancierte Pacific Gas & Electric (PG&E) 2006 einen Wettbewerb, der Unternehmen einen Bonus von 750 bis 1000 Dollar pro Server bot, falls diese ihre Systeme durch energieeffiziente Geräte optimieren. Am Beispiel des Rechenzentrums von Sun Microsystems in Broomfield lässt sich das Resultat ablesen: 22 drei Jahre alte Server wurden durch neuste Geräte ersetzt, welche in einem einzigen Rack Platz fanden. Damit wurden bisher 617000 Kilowattstunden Energie eingespart. Das sind 40000 Dollar weniger für den Energieverbrauch der Geräte und weitere 60000 Dollar Kosteneinsparung für die Raumkühlung.



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