Dagegen ist Retina grobkörnig

Der Bildschirmhersteller Japan Display hat einen Bildschirm mit einer doppelt so hohen Pixeldichte wie das Retina-Display des iPhone 4S vorgestellt.

Schriftzeichen im Schärfevergleich: oben das 651-ppi-Display von Japan Display, unten das Retina-Display des iPhone 4(S)

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» Von Hannes Weber , 07.06.2012 11:38.

Als Retina-Displays bezeichnet Apple Bildschirme, die eine so hohe Pixeldichte aufweisen, dass einzelne Bildpunkte für das menschliche Auge nicht mehr zu erkennen sind. Mit dem Retina-Display des iPhone 4 löste Apple eine kleine Revolution aus: Die Pixeldichte von 326 ppi (pixel per inch) war damals unerreicht. Mittlerweile produzieren auch andere Smartphone-Hersteller ähnlich scharfe Bildschirme.

Gegen den Bildschirm, den Japan Display jetzt vorgestellt hat, wirkt aber selbst das iPhone 4 unscharf: Der japanische Hersteller konnte ein Display mit einer Pixeldichte von schier unglaublichen 651 ppi produzieren. Der Prototyp weist eine Bilddiagonale von lediglich 2,3 Zoll auf, stellt aber eine Auflösung von 1280 x 800 Pixel dar – diese Auflösung ist für Tablets mit 10-Zoll-Display üblich. Ein einzelner Pixel ist dabei nur noch 39 Mikrometer breit.

Die enorme Pixeldichte von 651 ppi hat aber nicht nur zur Folge, dass man einzelne Pixel nicht mehr als solche wahrnimmt, sondern dass man wohl auch sonst so ziemlich nichts mehr erkennen kann. Ob sich der neue Super-Bildschirm von Japan Display wirklich für den breiten Einsatz in Smartphones und Co. eignet, sei deshalb dahingestellt. Zumindest bei der Darstellung von Fotos zeigt das Display seine Vorzüge: Die Qualität soll mit jener von Film-basierten Fotografien vergleichbar sein. Auch Schriftzeichen soll das Display so scharf anzeigen, dass sie wie gedruckte Schrift wirken.

Bleibt abzuwarten, wann wir Pixeldichten in der Grössenordnung von 651 ppi in handelsüblichen Geräten vorfinden werden – es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

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