ETH Lausanne baut künstlichen Komponisten

» Von SDA , 06.07.2017 14:38.

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Der nun vorgestellte Algorithmus jedoch lernte das Komponieren von Null an. Colombo und Gerstner fütterten ihn mit einem Datensatz an Irish-Folk- und Klezmer-Stücken, die er Note für Note analysierte und Wahrscheinlichkeiten berechnete, welcher Ton als nächstes folgte und mit welcher Länge. So erstellte der «Deep Artificial Composer» sein eigenes Regelwerk für diese Musikstile. Das Gleiche wäre aber auch mit jedem anderen Stil möglich

Anschliessend liessen die Forscher den Algorithmus an weiteren Stücken trainieren und seine Vorhersagen verbessern. Sobald er den Folgeton mit einer Trefferquote von 50 Prozent und seine Länge zu 80 Prozent richtig vorhersagen könne, brauche er kein weiteres Training und könne ähnliche, aber doch neue Melodien von Anfang bis Ende komponieren, so die Mitteilung. Menschliche Nachbearbeitung sei nicht nötig.

Die richtige Menge Training

Wichtig ist das richtige Mass an Training: Zu wenig führt zu Melodien, die selbst für Laien nicht überzeugend klingen, während zu viel Training auch nicht gut ist: Dann nämlich ähneln die neu komponierten Stücke tendenziell zu sehr bereits existierenden. Aber auch das merkt der «Deep Artificial Composer», indem er sein neues Werk mit seinem Datensatz an bestehenden Musikstücken vergleicht.

Noch steckt der Algorithmus in den Kinderschuhen, da er nur einstimmige Melodien generieren kann, so die Forscher. Langfristig würde Colombo ihn laut eigener Aussage gerne so weiterentwickeln, dass er Partituren für ein ganzes Orchester schreibt.

Für menschliche Komponistinnen und Komponisten könnte die Luft also eines Tages dünn werden, wenn Maschinen überzeugende Musik für Videospiele, Werbung oder gar ganze Filme schreiben.

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