Widerstand gegen Googles Buchprojekt

Während bei Google die Scanner heiss laufen, weil der Suchmaschinist ganze Bibliotheken digitalisiert, formiert sich neuer Widerstand gegen das Projekt. Drahtzieher sind dabei Konkurrenten wie Microsoft , Yahoo und Amazon.

Goethe kann nichts mehr gegen Googles Veröffentlichung seiner Schriften im Internet einwenden. Dafür formiert sich Widerstand bei Konkurrenten wie Microsoft, Yahoo und Amazon
    

» Von idg, 24.08.2009 11:27.

Googles digitales Bücher-Projekt weckt weiter Wettbewerbs-Bedenken und erhält nun neuen Gegenwind. Mit Amazon, Microsoft und Yahoo wollen laut Medienberichten drei Schwergewichte der Internet-Branche gegen die geplante Einigung des Suchmaschinen-Spezialisten mit US-Autorenverbänden und Verlagen vorgehen. Die drei Unternehmen hätten sich dafür einer Koalition um das gemeinnützige Projekt Internet Archive angeschlossen, schrieben am Freitag die "New York Times" und das "Wall Street Journal". Die Kritiker argumentierten, dass mit der anstehenden Einigung das Angebot von digitalen Büchern eines Tages in der Hand nur eines einzigen Unternehmens liegen könnte, hiess es.

Eine Einigung zwischen Google mit US-Autorenverbänden und Verlagen vom Oktober vergangenen Jahres sieht vor, dass Google gegen Zahlung von 125 Millionen Dollar das Recht erhält, Bücher von Universitäten und Büchereien zu digitalisieren und ins Netz zu stellen. Diese Einigung muss noch von einem Gericht genehmigt werden, das US-Justizministerium hat eine eigene Untersuchung der Wettbewerbsfolgen eröffnet. Es werde vielen erst langsam bewusst, dass diese Einigung "enorme, weitreichende und wettbewerbsbehindernde Konsequenzen" hat, sagte Gary Reback, Anwalt und Berater der Koalition, der "New York Times". In den 90er Jahren war Reback einer der Wortführer in dem Kartellverfahren gegen Microsoft gewesen.

Microsoft und Yahoo hätten die Teilnahme an der Koalition bestätigt, Amazon habe einen Kommentar abgelehnt, schrieben die Zeitungen. Der weltgrösste Einzelhändler Amazon vertreibt das Lesegerät Kindle und ein breites E-Book-Angebot. Ein Google-Sprecher sagte dem "Wall Street Journal" in einer Reaktion, die Vereinbarung mit den Verlegern bringe mehr Wettbewerb ins Geschäft mit digitalisierten Büchern, und die Konkurrenten wollten dies verhindern.

Das "Internet Archive" ist ein gemeinnütziges Projekt, das seit 1996 Internet-Seiten und Inhalte wie Filme, Bücher und Musik speichert. Über eine "Wayback Machine" lassen sich historische Varianten vieler Websites zurück verfolgen. Google hatte 2004 begonnen, Bücherbestände aus Universitäten und öffentlichen Büchereien zu digitalisieren. Ziel ist es, alle verfügbaren Bücher im Netz kostenlos oder gegen Bezahlung bereitzuhalten. Unter anderem sollen auch nicht mehr verlegte Bücher über das Internet zugänglich gemacht werden.

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