Wenigstens ein Profiteur der Krise: Open Source

Anbieter quelloffener Software werden den konjunkturellen Abschwung besser überstehen als ihre proprietären Konkurrenten, glaubt Jim Whitehurst, Chef des Linux-Spezialisten Red Hat.

Red-Hat-Boss Jim Whitehurst sieht in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise eine Chance für Open Source
  

» Von idg, 21.10.2008 15:44.

Die von vielen Experten erwartete Rezession infolge der Finanzkrise dürfte sich im IT-Markt durch weniger neue Kundenprojekte bemerkbar machen, erläuterte der Red-Hat-CEO Jim Whitehurst am Rande einer Fachkonferenz. Doch die ökonomischen Vorteile von Open-Source-Software ermutigten IT-Verantwortliche schon jetzt, sich von proprietärer Software abzuwenden. Er habe mit mehreren CIOs gesprochen, die bislang nur Microsoft-Produkte und keinerlei Open-Source-Programme einsetzten. Der wachsende Druck, IT-Betriebskosten zu senken, habe bei dieser Klientel zu einem Umdenken geführt.

Whitehurst: "Wir haben andere Kunden, die explizit WebLogic- oder WebSphere-Application Server durch JBoss ersetzen möchten." Red Hat erwarte, sich einen guten Teil des Neugeschäfts sichern zu können, wenn Unternehmen Kosten sparen wollten. Wie die Entwicklung im IT-Markt durch den konjunkturellen Abschwung beeinflusst werde, lasse sich voraussichtlich erst in sechs bis neun Monaten genauer beurteilen, so der CEO. Für ihn aber stehe fest, dass Open-Soure-Anbieter sich am Ende in besserer Verfassung präsentieren als ihre proprietären Rivalen.

Zumindest für Red Hat liefen die jüngsten Geschäfte gut. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres steigerte das amerikanische Unternehmen die Umsätze um 29 Prozent und übertraf die Erwartungen von Finanzanalysten. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr von 18,2 auf 21,1 Millionen Dollar. Neben den etablierten Produkten wie Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und den Middleware-Systemen von JBoss will sich Red Hat künftig verstärkt im Bereich Virtualisierung engagieren.

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