Verschlüsselung für die Massen

Die Kryptografie-Spezialistin PGP arbeitet an einer Art Acrobat Reader für die E-Mail-Verschlüsselung. Damit sollen Kryptoverfahren endlich massentauglich werden.

» Von Jens Stark, 14.07.2008 16:03.

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Noch werden viele Daten - auch sensible Geschäftsinformationen - unverschlüsselt in der Weltgeschichte herumgeschickt. Der Grund: Kryptographische Verfahren verlangen vom Endanwender immer noch spezielle Kenntnisse. Hinzu kommt die Ungewissheit, wie gut der Kommunikationspartner verschlüsselungstechnisch ausgerüstet ist. "Zur Sicherheit" werden die Botschaften uncodiert verschickt.

Diese Unsicherheiten will die PGP Corporation nun abbauen, wie CEO Philip Dunkelberger vor Kurzem in Zürich erläuterte. Und zwar arbeitet die kalifornische Firma, die Kryptographie-Produkte auf Basis des legendären, von Phil Zimmermann in den 1990er Jahren entwickelten Verschlüsselungsverfahrens Pretty Good Privacy (PGP) herstellt und vertreibt, an einer Client-Software, mit der Verschlüsselung zum Massenphänomen werden könnte. "Wir sind dabei, ein Produkt zu entwickeln, das ähnlich funktioniert, wie der Acrobat Reader, das jeder haben wird und mit dem E-Mails sowie Dokumente codiert werden", erklärt Dunkelberger ohne genauere Details zu nennen. Immerhin soviel: Noch dieses Jahr will PGP das "Verschlüsselungs-Acrobat" lancieren.

Zudem will PGP das Management der Schlüssel drastisch vereinfachen - auch dies ein Stolperstein auf dem Weg zur Massentauglichkeit. Dunkelberger denkt dabei an ein temporäres Schlüsselsystem, das Keys zum Einmalgebrauch ausstellt. "Die Schlüsselverteilung muss so allgegenwärtig werden wie das Freizeichen beim Telefon", fasst er als Ziel ins Auge.

Fast genau so wichtig für die Verbreitung von kryptografischen Verfahren wie die Popularisierung von E-Mail-Verschlüsselung, sind aber die Zwänge in der Industrie. Da ist zum einen der Schutz des Geistigen Eigentums. Zum anderen sind rechtliche Bestimmungen wie Sarbanes-Oxley einzuhalten und umzusetzen. "Die Firmen kommen immer häufiger zur Einsicht, dass sie so ziemlich alles verschlüsseln müssen", freut sich Dunkelberger.

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