Träume weichen der Realität

Flexibilität und zeitliche Unabhängigkeit werden auch in der Ausbildung immer wichtiger. Mit aktuellen Techniken soll dies den Studenten durch E-Learning-Projekte ermöglicht werden. Solche Konzepte sind auch für die Wirtschaft interessant.

  

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» Von Harald Schodl, 29.08.2007 08:52. Letztes Update, 29.08.2007 08:53.

Die erste Euphorie ist verflogen. Wurde mit dem Aufkommen der IT und der weiten Verbreitung des Computers dem E-Learning die grosse Zukunft in der Bildung zugesprochen, ist heute Ernüchterung beim virtuellen Lehren eingetreten. Noch ist der Frontalunterricht nicht aus den Universitäten wegzudenken und dies wird auch noch lange so bleiben. Immerhin hat sich aus anfänglich vagen Ansätzen der -virtuellen Wissensvermittlung eine schweizweite Lernplattform entwickelt, die langsam aber sicher auch auf die Wirtschaft überschwappt. Wobei die Illusion, dass sich mit Web-basierten Techniken viel Geld sparen lässt, von der kostspieligen Realität abgelöst wurde.

Der virtuelle Lernplatz Schweiz

Bei den ersten Schritten mit E-Learning waren die Hochschulen noch auf sich allein gestellt. Ab und an stellte ein Dozent seine Unterlagen den Studierenden im Internet bereit und konnte sich so der vielen Studenten-Anfragen auf einfache Art und Weise entledigen. Bald merkte auch der Bund, dass Lehr- und Lernmethoden über das Internet Zukunft haben und rief 1999 den Swiss Virtual Campus (SVC) ins Leben. Das Programm zur Förderung von E-Learning-Projekten in der Schweiz hat bis heute 82 Onlineprojekte ermöglicht. Doch die 60 Millionen Franken, die dafür vom Bund bereitgestellt wurden, sind nahezu aufgebraucht und 2008 läuft das Programm aus. Weitere Zahlungen sind nicht geplant, obwohl die Aktualisierung und Pflege der Online-Lernressourcen stetig Geld verschlingt. Zwar fordert der Bund die Nachhaltigkeit der Projekte, sollen diese doch auf verschiedenen Plattformen einsetzbar sein und mit den jüngsten Techniken mithalten können. Doch das ständige Betreiben und Aktualisieren von Web-basierten Kursen kostet nun mal Zeit und Geld. Das soll künftig von den Hochschulen selbst aufgebracht werden.

Vom E- zum Blended Learning

Mit der Weiterentwicklung von computergestützten Lernmethoden sind auch in das E-Learning wesentliche neue Techniken eingeflossen. Heute wird kaum mehr von E-Learning gesprochen sondern von einem mehr integrativen Ansatz, dem Blended Learning (BL). Ziel des BL ist, dass der Studierende aktiv mit in die Projekte einbezogen wird. Er soll nicht nur als Konsument vor dem Bildschirm sitzen, sondern das Gelernte auch gleich anwenden und sein Wissen mit anderen austauschen - Web 2.0 lässt grüssen. An der Universität Zürich sind derzeit 17000 Studierende im Learning Mana-gement System (LMS) registriert. Ihnen stehen je nach Departement unterschiedliche Lernapplikationen zur Verfügung. Die Historiker verfügen etwa mit «Antiquitas» über eines der ersten BL-Projekte. Antiquitas ist ein interaktiver Workshop zur Geschichte des Mittelalters. Ziel solcher Angebote ist es nicht, den Präsenzunterricht zu ersetzen, sondern die Interaktivität der Lehre zu verstärken und das Bildungsangebot an der Universität zu erweitern. Trotz einiger Projekte konnte sich BL an den Hochschulen noch nicht überall durchsetzen. Zwar gibt es mit der Open-Source-Plattform «Online Learning and Training» (OLAT) bereits eine fachübergreifende Infrastruktur.

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