Swisscom streicht 600 Stellen
» Von , 08.01.2010 10:00.
Anpassungen nötig, Abgänge feudal, Nachgeschmack bitter
Swisscom-Sprecher Sepp Huber weist den Vorwurf zurück: ,,Dies würde nicht unserer Personalpolitik entsprechen." Auch den scheinbar geplanten Abbau von 600 Stellen innerhalb des nächsten halben Jahres bestätigt Huber nicht. Die Bedenken der Sozialpartner zu den jüngsten Entwicklungen könnte man allerdings zwischen den Zeilen bestätigt finden, meint doch Huber, das Angebot an Arbeitsplätzen sei stark von der Nachfrage und der technologischen Entwicklung von Swisscom abhängig. Während in gewissen Bereichen Stellen aufgebaut würden, verkleinere sich in anderen das Angebot und strukturelle Anpassungen seien notwendig, damit Swisscom ,,für die Zukunft gerüstet" sei.
Huber sagt, dass dort, wo Stellen abgebaut werden müssen, ein gut ausgebauter Sozialplan bestehe. In der Tat sind -- bei aller Härte für die einzelnen Betroffenen -- die Bedingungen überdurchschnittlich. So wird die persönliche Situation wie Alter und Beschäftigungdauer berücksichtigt und Swisscom verfügt mit Worklink über eine Tochterfirma, die für Outplacement zuständig ist, die berufliche Wiedereingliederung von Entlassenen unterstützt und individuelle Einsätze bis zur Pensionierung koordiniert. So kann zum Beispiel ein der Computerworld bekannter älterer Mitarbeiter zwischen Frühpensionierung oder einer fortgesetzten Bezahlung von 16 Monaten wählen. Zusammen mit der Kündigungsfrist bedeutet dies immerhin, dass ihm noch fast zwei Jahre der Lohn weiterbezahlt wird und er gleichzeitig Anstellungen ausserhalb von Swisscom annehmen kann. Dennoch ist eine Kündigung für ältere Angestellte bitter, arbeiten doch viele in Monopolberufen und haben es deshalb zusätzlich schwer, in ihrem fortgeschrittenen Alter nochmals eine Stelle zu finden. So wird der einzelne Betroffene das Gefühl, bei Swisscom zum alten Eisen zu gehören, auch bei bester finanzieller Unterstützung nicht einfach los.






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