Stärken des Gesamtprozesses ausspielen
Zu oft klemmt es bei der Entwicklung von Software an der Steuerung des Gesamtprozesses. Eine neue ALM-Generation (Application Lifecycle Management) soll die Organisation von Entwicklungsprojekten breiter als bisher umsetzen.

» Von , 25.09.2007 09:49.
Markus Maurer ist bei Serena Software für die technischen Dienste in Zentraleuropa zuständig.
Akzeptanz ja - Umsetzung nein. Diesem Grundsatz folgen viele Unternehmen, wenn es um ALM-Lösungen (Application Lifecycle Management) geht. Dabei sind ihre Erwartungen an eine ALM-Lösung eigentlich klar. Sie soll alle Phasen der Softwareentwicklung, von der Anforderungs-Erfassung über Modelldesign, Codierung und Testing bis hin zur Verteilung, Installation und Konfiguration einheitlich betrachten. Wobei die Betreuung und der Betrieb von Softwareentwicklungen als Zyklus verstanden wird. Und zwar so, dass der Prozess nicht einmalig, von einem festen Anfang bis zu einem festen Ende läuft, sondern vielmehr eine Daueraufgabe bildet.
Diese logischen Anforderungen bilden die Basis für die allgemeine Anerkennung von ALM. Ernsthafte Einwände gegen das Konzept als solches werden kaum vorgebracht. Eckpunkte wie Nachvollziehbarkeit, Prozess-automatisierung, Reporting, dazu Skalierbarkeit und Plattformunabhängigkeit der Lösung, bilden heute die Grundlage der Softwareentwicklung. Dennoch hinkt die praktische Umsetzung von ALM der -Theorie meilenweit hinterher.
Tiefe Kluft zwischen Praxis und Theorie
Analysen von Forrester Research zufolge sind zwar drei Viertel der IT-Entscheider in Europa und Amerika mit dem Begriff ALM vertraut. Dennoch nutzen nur 29 Prozent der Befragten entsprechende Lösungen auch tatsächlich in der Praxis. Und nur acht Prozent der Befragten geben an, ALM in naher Zukunft einsetzen zu wollen.
Zahlen, die belegen, dass die Umsetzung von ALM nur schleppend vorankommt. Hauptursache: Obwohl das Thema schon fast zehn Jahre diskutiert wird, sind wirklich umfassende ALM-Lösungen Mangelware - was die Zurückhaltung der Anwender verständlich macht. Zwar verfügen viele ALM-Anbieter über ein umfangreiches Portfolio, das auch meist im Hinblick auf den Gesamtprozess zusammengestellt ist und mit seinen Tools alle typischen Entwicklungs-phasen abdeckt. Aber bei der Integration der Werkzeuge in den Gesamtprozess eines Unternehmens hapert es noch viel zu oft.
Damit jedoch die breite, theoretische Akzeptanz in vermehrten Praxiseinsatz mündet, muss die Kluft zwischen Anspruch und Realität geschlossen werden. Das heisst: Die nächste Generation von ALM - Forrester spricht von ALM 2.0 - muss flexibler und konsequenter prozessorientiert aufgegleist werden, als bisher.






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