St. Gallen top, Zürich flop

    

» Von Mark Schröder, 26.02.2009 10:00.

Bedienerfreundlich? Keine Spur
Am schlimmsten ist es auf den kantonalen Webseiten um die Benutzerfreundlichkeit bestellt. Damit sich der Bürger sofort zurechtfindet, braucht es bereits auf der Startseite klare Einstiege in die Kategorien. Schon das wird nur selten geboten.

St. Gallen: Dank Baumstruktur und sprechenden URLs finden sich Besucher rasch zurecht
St. Gallen: Dank Baumstruktur und sprechenden URLs finden sich Besucher rasch zurecht
Hinzu kommt: Nicht jede Webseite, die auf den ersten Blick gut aussieht, ist auch gut programmiert. So macht Zürich einen sehr guten ersten Eindruck, sorgt aber bereits nach wenigen Klicks für Verwirrung. Mit der Auswahl eines Menüpunkts wird der Besucher in ein neues Fenster weitergeleitet, wo er mit einer anderen Navigation konfrontiert wird, aber auch mit unstrukturierten Informationen sowie Hyperlinks. Die St. Galler machen es hier viel besser. Auf der Homepage der Ostschweizer ist sofort klar, wo was zu finden ist. Auch bleiben Design und Navigation auf allen Seiten unverändert.

Wer sich bei seinen Onlinebehördengängen verirrt (was angesichts der schlechten Nutzerführung häufiger vorkommen dürfte), nutzt die Suche. Immerhin gibt es sie auf allen Seiten, einen Index bieten aber gerade mal 17 Kantone, 5 meinen, auf eine Sitemap verzichten zu können. Um den Klickweg zurückzuverfolgen, bieten die meisten Pfade bzw. eine Baumstruktur an. Aber nur 6 Webseiten bieten die perfekte Kombination: «sprechende URLs», Sitemap, Index, Pfadangabe und Suche.

Unter Themen, Verwaltung, Steuern, Pass und Steuern startet Zürich eine Suche
Unter Themen, Verwaltung, Steuern, Pass und Steuern startet Zürich eine Suche
Wenn die Besucher über einen toten Link stolpern, landen sie in den meisten Fällen auf einer wenig informativen Fehlerseite. Von dort können sie sich durch die normalen Menüs und Navigationselemente auf die gesuchte Seite zurück hangeln. Acht Kantone lassen die User aber einfach im Nirwana stehen. Zürich schiesst mit einer komplett leeren Seite den Vogel ab.

Ins selbe desolate Bild passt, dass längst nicht alle Kantonen die gesetzlichen Vorschriften zur barrierefreien Webseitengestaltung umgesetzt haben. Demnach müssten alle Webangebote für Sehbehinderte und Blinde nutzbar sein. Obwohl diese Regelung seit mehr als vier Jahren gilt, haben Graubünden, Jura, Neuenburg und Obwalden gemäss eigenen Angaben noch immer keine barrierefreie Version am Netz.

Download: Ergebnistabelle des Kantons-Rankings

Bildergalerie: die besten Kantons-Websites

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum ein Kaffeemaschinenhersteller einem Kanton den Internetauftritt verdirbt.

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