SOA-Zukunft: Grenzen und Möglichkeiten

Noch begreifen sich Applikationsentwickler als Technologielieferanten. Künftig werden sie zu Anbietern Service-orientierter Lösungsplattformen mit einem Prozess-Baukasten als zentralem Element, während ein offenes Business Process Management (BPM) verschiedene SOA-Systeme verbindet.

Offenes SOA bedeutet primär ein betriebswirtschaftlich offenes Business Process Management (BPM).
  

» Von Wolfram Jost, 17.10.2007 09:11. Letztes Update, 17.10.2007 09:12.

Wolfram Jost ist Vorstandsmitglied der IDS Scheer und Chief Technology Officer.

Mit dem Siegeszug integrierter ERP-Systeme in den Neunzigerjahren kamen monolithische Anwendungen auf. Sie unterstützten bewährte und standardisierte Abläufe aus wichtigen Unternehmensbereichen wie Vertrieb, Controlling oder Finanzbuchhaltung. Auf ernsthafte Schwierigkeiten stiessen die Applikationen aufgrund neuer Trends, wie dem ausgefeilten Management der Lieferketten oder der Kundenbeziehungen. Denn bei Supply Chain Management (SCM) und CRM (Customer Relationship Management) standen die Zusammenhänge mit anderen Organisationen und Kunden im Mittelpunkt. Es ging demnach um unternehmensübergreifende Prozesse. Infolge der hohen Marktdynamik entwickelten sich zusätzliche Systeme. Dabei handelte es sich aber um erneut in sich geschlossene Konstrukte wie etwa spezialisierte CRM-Applikationen.

Die so eingeführten Best-of-Breed-Anwendungen mussten dann für die Zusammenarbeit aus Datensicht konsolidiert werden. Als Folge entstanden Produkte für Enterprise Application Integration. Die Datenintegration selbst ist gelungen. Doch am Problem der übergreifenden Prozesse arbeiten die Hersteller noch heute. Der Weg führt über eine Kommunikationsschicht, die Datenredundanzen zwischen den Systemen aufspüren und eliminieren soll und gleichzeitig die Prozesslogik mittels Prozess-Engines stärker in den Mittelpunkt stellt. Am Start stehen Systeme wie SAP NetWeaver, Oracle Fusion oder Fujitsu Interstage.

Prozessbaukasten für Anwendungen

Bei diesem Schritt setzen die Hersteller vor allem auf die Technik der Service-orientierten Architektur (SOA). Sie soll der Katalysator für die Entwicklung sein. Denn dieses Konzept ermöglicht eine flexible und damit schnelle Anpassung der Systeme und ihrer prozessbasierten Anbindung. Doch die rein technische Vereinfachung genügt noch nicht, um alle Probleme in den Griff zu bekommen.

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