Silverlight fürs Unternehmen - die .NET RIA Services

Wer Silverlight oder allgemein RIAs nur mit HD-Video, Browser-Games und anderen eher belanglosem Zeitvertreib in Verbindung bringt, muss in naher Zukunft umdenken, denn nach dem Willen von Microsoft sollen in Zukunft auch oder vor allem typische Business-Anwendungen auf der Silverlight-Plattform entstehen, die ihre Daten via REST- und ADO.NET-Data Services über das Internet holen.

  

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» Von Peter Monadiemi, 29.07.2009 08:00.

RIAs sind im Kommen. Während aktuelle Rich Internet Applications (RIAs) in erster Linie HD-Videos ins Web bringen, Katalogseiten multimedial anreichern oder die Auswahl eines Gebrauchtwagens erleichtern, sollen sie in Zukunft auch auf dem Unternehmensarbeitsplatz eine feste Rolle spielen und im Browser nicht nur das Abrufen, sondern auch Bearbeiten und Erfassen von im Arbeitsablauf anfallenden Daten ermöglichen.

Vom Desktop ins Web und wieder zurück

Entwickler, die bislang klassische mehrschichtige Anwendungen entwickelt haben, bei denen eine Windows-Anwendung das Front-End darstellt, müssen bei einer Silverlight-Anwendung vor allem beim Datenbankzugriff komplett umdenken. Während bei einer Windows-Anwendung das komfortable und inzwischen überaus vertraute ADO.NET-Modell zur Verfügung steht, das in der Regel über einen O/R-Mapper wie z.B. NHibernate oder Open Access angesprochen wird, stehen bei einer Browser-Anwendung weder eine Datenbank noch ein mit ADO.NET vergleichbares Programmiermodell zur Verfügung. Eine Silverlight-Anwendung hat aktuell im Wesentlichen drei Möglichkeiten, um über das Internet auf eine Datenbank zuzugreifen:

1. Über die mit .NET 3.5 SP1 eingeführten ADO.NET Data Services
2. Über einen WCF-Service
3. Allgemein über ein Web-Service

Auch wenn alle drei Techniken relativ einfach zu handhaben ist, es ist zusätzlicher Code erforderlich, der unter Umständen in jedem Client erneut codiert werden muss. Ein weiterer Aspekt, der bei einer traditionellen Desktop-Anwendung im Allgemeinen keine Rolle spielt ist der asynchrone Abruf der Daten, der durch den Umstand resultiert, dass die Abfrage über HTTP abgewickelt wird. Die ADO.NET Data Services bieten zwar alle Möglichkeiten, um typische CRUD-Datenbankoperationen (Create, Read, Update und Delete) über HTTP komfortabel durchführen zu können, sie stellen aber nur das absolut notwendige Mindestmaß an Funktionalität zur Verfügung. Es fehlt eine ,,API", durch die Entwickler bei einer Silverlight-Anwendung (oder allgemein bei einer Client-Anwendung), die auf Unternehmensdaten zugreifen soll, das sprichwörtliche Rad immer nicht immer wieder neu erfinden müssen und durch sie gleichzeitig einen Satz von Entwurfsmustern erhalten, mit deren Hilfe sie die immer wieder kehrenden Anforderungen implementieren können. Diese neue ,,API" stellt Microsoft über die noch im Teststadium befindlichen .NET RIA Services zur Verfügung, die auf der Mix09-Konferenz im März dieses Jahres erstmals vorstellt wurden, und die aktuell in einer July CTP vorliegen. Die finale Version soll nach den derzeitigen Plänen in der ,,ersten Hälfte 2010" freigegeben werden und auf .NET 4.0 und VS 2010 aufsetzen (aber kein Bestandteil des .NET Frameworks werden).

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