Schweiz erforscht Erdbebenrisiken

Die Schweiz nimmt am internationalen Forschungsprojekt «Global Earthquake Model» (Gem) teil. Dies hat der Bundesrat jetzt beschlossen. Am Aufbau des Projekts war die ETH Zürich massgeblich beteiligt.

Das internationale Erdbebenforschungsprojekt Gem ist ein Public-Private-Partnership von Staaten und privaten Firmen
  

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» Von Harald Schodl, 26.05.2010 12:00.

Naturkatastrophen können in allen Erdteilen auftreten. Das mögliche Mass an Zerstörung hat Anfang 2010 beispielsweise das verheerende Erdbeben in Haiti gezeigt. Aber auch in der Schweiz muss im statistisch Langzeitmittel etwa alle acht bis zehn Jahre mit einem Schadenbeben gerechnet werden, erläutert das Staatssekretariat für Bildung und Forschung. Innerhalb des letzten Jahrhunderts hätten 13 Schweizer Erdbeben auf der Europäischen Makroseismischen Skala eine Intensität von VII («grosse Gebäudeschäden») mit Spitzenwerten bis zu IX («zerstörend») aufgeweisen. So wurde die Stadt Basel im Jahr 1356 weitgehend zerstört. Ein Beben mit ähnlicher Stärke könnte heute einen geschätzten materiellen Schaden von rund 50 Milliarden Franken an Gebäuden verursachen, heisst es.

Das Forschungsprojekt Gem soll nun in seiner fünfjährigen Laufzeit eine Open-Source-Software entwickeln, die das Gesamtrisiko, die mögliche Anzahl von Todesopfern und die finanziellen Verluste im Zusammenhang mit Erdbeben global standardisiert berechnet. Im neuen weltweiten Erdbebenmodell werden die für bestimmte Regionen wie USA und Japan bereits bestehenden Modelle integriert.

Die Projektvorbereitungen sind dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung zufolge im Zuge des Global Science Forums der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) erfolgt - unter Beteiligung des Schweizerischen Erdbebendiensts an der ETH Zürich. Das Forschungprojekt Gem ist als Public-Private-Partnership von Staaten und privaten Unternehmen organisiert.

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