Schneier: «Ihr seid alle Freiwild»

» Von Jens Stark , 02.10.2013 07:49.

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Gegenmassnahmen

Schneier resigniert ob der Beweislast keineswegs. «Als Techniker frage ich mich nun: 'Wie reparieren wir das?'», will er wissen und bringt gleich auch Lösungsvorschläge, «um das Internet wieder für alle sicherer zu machen».

Eine grosse Rolle spielen laut Schneier dabei die Verschlüsselungstechniken - trotz der Schwächung durch die NSA. Mit Hilfe von Organisationen wie der IETF und der ITU werde man versuchen, Verschlüsselung breiter zu implementieren. «Die NSA-Erfahrung hat uns nämlich gelehrt, dass wir es dem Geheimdienst zu einfach gemacht haben, wir haben zu viele Informationen offen ausgebreitet».

Ein weiterer Punkt sei die Architektur des weltweiten Internets. Zu viele Wege würden über die USA geführt. «Routing wird ein wichtiger Punkt, um den Zugriff der NSA zumindest zu erschweren.», postuliert Schneier und nennt als Beispiel Brasilien, das nun eine direkte Internetverbindung nach Eruopa legen wird. «Heute wird der komplette Internetverkehr des Landes über Florida geroutet», erklärt er.

Daneben plädiert er für mehr Transparenz, sprich für Open-Source-Software. «Es ist viel schwieriger, in quelloffener Software eine Backdoor unterzubringen», meint er, und zwar aus zweierlei Gründen: So gibt es ihm zufolge keine zentrale Unternehmensleitung, der man mehr oder weniger offen befehlen kann, dies oder jenes einzubauen. Open-Source-Projekte sind dagegen recht lose organisiert. Zudem ist es wahrscheinlicher, dass jemand aus der Open-Source-Community die Backdoor aufdeckt.

Schliesslich hofft er auch auf ökonomischen Druck auf US-Firmen gerade von europäischen Anwendern, die sich weigern, ihre Daten bei US-Firmen zu verstauen oder US-Produkte wegen der Backdoor-Gefahr meiden. Auch von juristischer Seite erhofft sich Schneier eine Druckerhöhung.

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