Schlammschlacht zwischen Oracle und HP

Der Wechsel des ehemaligen HP-CEO Mark Hurd zu Oracle zieht eine regelrechte Schlammschlacht nach sich. Hewlett-Packard geht gerichtlich gegen die Jobrochade vor, was Oracle-Chef Larry Ellison scharf kritisiert.

    

» Von Harald Schodl, 08.09.2010 12:12.

Hewlett-Packard (HP), der ehemalige Brötchengeber von Mark Hurd, will den Wechsel des Topmanagers zu Oracle nicht ohne Weiteres hinnehmen und hat nun Klage bei einem kalifornischen Gericht eingereicht. HP befürchtet, dass Hurd Unternehmensgeheimnisse verraten bzw. entsprechende Geheimhaltungsverträge verletzten könnte. Seine neue Position bei Oracle könne er nicht ausüben, ohne Firmengeheimnisse von HP preiszugeben, heisst es im Unternehmensblog von HP. Mit der Klage will Hewlett-Packard verhindern, dass Hurd seine neue Stelle beim Datenbankriesen antritt.

Eine Reaktion von Oracle-CEO Larry Ellison liess nicht lange auf sich warten. Sein Unternehmen habe HP lange Zeit als einen wichtigen Partner angesehen, so Ellison. Mit dieser «rachsüchtigen Klage» gegen Oracle und Mark Hurd, handle der HP-Verwaltungsrat mit äusserster Geringschätzung für diese Zusammenarbeit. Damit sei es «praktisch unmöglich, dass Oracle und HP weiter kooperieren und im IT-Markt zusammenarbeiten», sagt Ellison.

Der Oracle-Chef gilt als Freund von Mark Hurd und hatte bereits dessen Rausschmiss bei HP vor rund einem Monat scharf kritisiert. Dass Ellison nun Hurd ins Boot von Oracle geholt hat, ist ein kluger Schachzug: Schliesslich könnte Oracle der Erfahrungsschutz des ehemaligen HP-CEO künftig zu einem Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz verhelfen. Spätestens seit der Übernahme des Server-Riesen Sun Microsystems vor einigen Monaten sind Oracle und Hewlett-Packard direkte Mitbewerber. Nicht zuletzt deshalb ist es also wenig verwunderlich, dass HP jetzt den Wechsel seines ehemaligen Chefs Mark Hurd zur Konkurrenz nicht stillschweigend akzeptieren will.

Ein Kommentar der Analysten von IDC zu Hurds Einstieg bei Oracle findet sich hier.

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