Open XML SDK - Office-Dokumente werden programmierbar

Das Open XML SDK stellt eine Klassenhierarchie zur Verfügung, die alle Elemente eines Office-Dokuments abbildet und daher das Erstellen von Office-Dokumente auf eine komfortable Grundlage stellt.

  

» Von Peter Monadiemi, 22.08.2009 13:29. Letztes Update, 22.08.2009 13:31.

von Peter Monadjemi

Offene Formate sind eine Sache, darauf basierende Dokumente per Programm ansprechen zu können eine andere. Auch wenn der direkte Zugriff auf ein OpenXML-Dokument durch Öffnen des Zip-Archivs und Zugriff per XML-Parser theoretisch denkbar wäre, kommt er aus praktischen Gründen nicht in Frage. Auch die mit .NET 3.0 eingeführten Klassen im Namespace System.IO.Packaging sind nicht besonders komfortabel, da sie lediglich die Dokumentstruktur abbilden, der Dokumentinhalt in Gestalt von XML-Streams untypisiert angesprochen werden muss. Die Lösung bietet das Open XML SDK 2.0, das Dokumentinhalte beinahe so komfortabel ansprechbar macht wie es per Objektmodell (Stichwort: OLE Automation) vor Office 2007 üblich war.

Formalitäten

Das Open XML SDK ist ein separater Download [1]. Es besteht aus der Assembly DocumentFormat.OpenXml.dll, einer umfangreichen Dokumentation in Gestalt einer Windows-Hilfe-Datei und drei kleiner Tools, die schnell zu unentbehrlichen Helfern werden können (Tabelle 1). Das SDK gibt es derzeit in zwei Versionen. In einer bereits offiziell freigegebenen Version 1.1 und einer funktional erweiterten Version 2.0, die aber noch als CTP (Community Technical Preview) vorliegt. Die Version 1.1 ist für jene Entwickler, die mit einer offiziellen Version arbeiten möchten. Die Version 2.0 für jene, die bereits an den erweiterten Funktionalitäten, etwa zur Dokumentvalidierung, interessiert sind. Die Version 2.0 soll mit der Freigabe von Office 2010 offiziell werden.

Einsatzgebiete

Auch ein Office-Dokument, das im OpenXML-Format vorliegt, kann wie gewohnt über das Objektmodell der Anwendung angesprochen werden. Diese Variante besitzt aber gleich vier Einschränkungen: 1. Sie kann nur lokal durchgeführt werden. 2. Sie ist für den Einsatz auf einem (Web-) Server nicht geeignet. 3. Sie ist relativ langsam. 4. Sie setzt eine Office-Lizenz voraus. In Unternehmen wird aber immer häufiger eine performante, serverseitige Verarbeitung gewünscht, etwa, wenn eine große Anzahl an Rechnungen in kurzer Zeit generiert werden soll. Alles das ist nur mit dem Open XML SDK möglich, womit auch sein Einsatzbereich klar definiert wäre.

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