Marktanalyse: Hardware, Software, IT-Services

Die sinkende Investitionsbereitschaft und der Preiszerfall machen vor allem dem Hardware-Markt zu schaffen. Die IT-Dienstleister profitieren eher.

  

» Von Manuela Amrein, Daniel Bader, 02.09.2009 14:23. Letztes Update, 02.09.2009 14:26.

Hardware

Die Rezession trifft die IT-Marktsegmente unterschiedlich hart. Besonders stark gebeutelt wird jedoch der Hardware-Markt, der 2008 sogar mit einem Prozentpunkt in die Miesen geriet. Über alle Sparten hinweg gesehen, vermochte keine der Top-10-Kategorien an die Resultate von 2007 anzuknüpfen. Mit einem blauen Auge - und einem durchschnittlichen Rückgang von 0,01 Prozent - kamen die «Grossrechner und Massenspeicher» davon. Dieses Resultat ist vor allem darauf zurückzuführen, dass zwar das klassische Servergeschäft einbrach, dafür aber das Blade-Geschäft gegen den Trend um 16,1 Prozent zulegen konnte.


Gemessen am Umsatz, holt sich IBM in dieser Sparte den Titel des Marktführers vom Erzrivalen Hewlett-Packard zurück. Big Blue steigerte 2008 seinen Spartenumsatz um 14,7 Prozent auf insgesamt 348,6 Millionen Franken, während HP mit 316,8 Millionen auf Vorjahresniveau stagnierte. Daniel Rüthemann, CEO von IBM Schweiz, erklärt das gute Abschneiden seines Unternehmens so: «Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzen viele Unternehmen vermehrt auf Konsolidierung und Virtualisierung. Mit unseren Server- und Storage-Produkten konnten wir unseren Kunden marktführende Technologie für die IT-Optimierung anbieten, was sich im entsprechenden Wachstum zeigte.» In die andere Richtung geht es bei Sun Microsystems, die 2008 einen leichten Umsatzrückgang von 3,3 Prozent verzeichnen mussten. Trotzdem hält sich das Unternehmen mit einem Spartenumsatz von 147,9 Millionen Franken weiterhin auf Platz drei, vor EMC Computer Systems, das gute 12,4 Prozent zulegen konnte. Den weltweiten Abschwung bekam auch die einstige Fujitsu-Siemens-Computers (FSC) zu spüren, die heute unter dem Namen Fujitsu Technology Solutions (FTS) firmiert. Bereits 2007 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von 9,1 Prozent. 2008 sank der Spartenumsatz im schweizerischen Servermarkt um weitere 10 Prozent. Verantwortlich für die Verluste sind laut eigenen Angaben die Veränderung der Geschäftsstrategie und ein weiterhin schwieriges Marktumfeld.

Wenig Wechsel an der Spitze


Bei den PC-Herstellern bleibt Hewlett-Packard (HP) unverändert auf der Poleposition. Apple (+6,1%), Acer (+7,4%) und Dell (+0,2%) behaupten sich weiterhin auf den Rängen zwei bis vier. Um den fünften Platz gab es jedoch einen offenen Schlagabtausch: Der chinesische PC-Hersteller Lenovo verdrängt mit einem Spartenumsatz von 150 Millionen Franken (+25%) Fujitsu Technology Solutions, die auch in dieser Sparte 10 Prozent zum Vorjahr verlieren. Klarer Gewinner ist jedoch die Competec-Gruppe mit einem Umsatzwachstum von 53,4 Prozent. Auslöser für diesen Schub sind die Übernahmen von Phonet Suisse und Wyscha Computer, Letztere beliefert überwiegend grosse Händler.

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