Mammutprojekt für Solothurner Rechenzentrum
Der Aufbau der Swiss Health Platform ist für die Solothurner Rechenzentren- betreiberin Centris das Projekt der nächsten 15 Jahre. Mit einem modularen Aufbau auf SOA-Basis will man genug Flexibilität für eine so lange Zeit geschaffen haben.
Swiss Health Platform: Der modulare Aufbau soll hohe Flexibilität gewährleisten und die SHP betont zukunftssicher machen.» Von , 12.12.2007 08:57.
Wenn Bundesrat Pascal Couchepin wieder einmal die Pharmaindustrie unter Druck setzt, ihre Medikamentenpreise zu senken, lässt das Andreas Wälchli, Leiter des Product Management bei Centris, kalt. Die in seinem Rechenzentrum in Solothurn laufende Swiss Health Platform (SHP) ist nämlich sehr modular aufgebaut. Wenn also der Gesundheitsminister eine Tarifänderung durchboxt, sind nur Anpassungen am Tarifmanagementsystem nötig. Dabei handelt es sich um eine von vielen Komponenten, die zwar ans Kernsystem angekoppelt sind, aber unabhängig von diesem laufen.
Was hier im Detail gilt, spiegelt sich im ganzen SHP-Projekt wider. Die Gesamtlösung für die Kranken- und Unfallversicherer weist eine flexible Bauweise aus, die sich unter anderem durch eine Service-orientierte Architektur (SOA) auszeichnet. Laut Wälchli waren nicht primär technische Vorgaben, sondern hauptsächlich geschäftliche Erwägungen entscheidend für die SOA-Strategie. So habe man sich gefragt, welche Elemente der Plattform aus Business-Sicht eine eigene Dynamik behalten müssen. «Hier macht es wenig Sinn, alles im Kernsystem unterzubringen. Dieses würde viel zu schwerfällig», ist er überzeugt.
Auch Martin Cetin von Centris, zusammen mit Wälchli für die Gesamtprojektleitung der SHP zuständig, sieht Vorteile in der SOA-Bauweise der Plattform. So könne man nun Fremdsysteme sehr einfach an die Lösung anbinden. «Wenn eine Fachperson beispielsweise für seine Applikationen Informationen aus einem Dokumentenarchivierungssystem braucht, kann ihm ein entsprechender Service diese Daten aus dem System holen», erklärt er.
Bei der Wahl sei zudem der längerfristige Investitionsschutz ausschlaggebend gewesen, fügt Wälchli an. Wenn das System in gut 15 Jahren abgelöst werden müsse, habe man keinen Koloss, der ersetzt werden müsse. Die Kunden könnten zudem gewisse Komponenten vorgängig ersetzen, ohne dass sie die ganze Plattform verlassen müssten. Etwa, wenn für bestimmte Aufgaben ein besseres Softwareprodukt auf den Markt komme.
Das Prinzip der vier Schichten
Centris hat die SHP zusammen mit der CSC als Generalunternehmerin nicht auf der grünen Wiese errichtet. Die Rechenzentrenbetreiberin ist seit vielen Jahren für Krankenkassen und Unfallversicherer tätig. Mit dem Aufbau der SHP wird denn auch die bisherige Grossrechner-Umgebung von IBM nach und nach durch eine Linux- und HP-UX-Plattform mit Servern von Hewlett-Packard ersetzt.
Die ganze SHP spielt sich auf vier Stufen ab, basiert also auf einer so genannten «4-Tier-Architektur». Deren Fundament ist der Datenbank-Cluster von Oracle. Über der Datenbank sind auf der Application-Server-Ebene die Anwendungen installiert, also sozusagen das Kernstück und Hirn der SHP. Hauptapplikation ist dabei Syrius ASE (Advanced Server Edition) von Adcubum. Diese Anwendung wurde extra für Centris erweitert und zusammen mit den weiteren Systemen der SHP mit den erwähnten SOA-Fähigkeiten ausgestattet.






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