Krise beschleunigt IT-Outsourcing

Schweizer Unternehmen sind alte Hasen beim Outsourcing im Vergleich mit Deutschland. Computerworld befragte Bernd Schaefer vom Beratungsunternehmen TPI zu den Chancen durch Outsourcing in Krisenzeiten.

TPI-Berater Schaefer: Krise beschleunigt IT-Outsourcing
    

» Von Mark Schröder, 10.03.2009 11:01.

Unternehmen lagerten in Krisenzeiten vermehrt die IT aus, um Kosten zu reduzieren. Dieser These stimmt Bernd Schaefer vom Outsourcing-Beratungsunternehmen TPI nur eingeschränkt zu. «Die Krise beschleunigt lediglich die Outsourcing-Entscheidung», sagte Schaefer im Gespräch mit Computerworld.

Jedoch seien Schweizer Firmen beim Outsourcing progressiver als die deutschen. Sie stehen dem Thema sachlicher und pragmatischer gegenüber. «Outsourcing des IT-Betriebs ist Business as Usual in der Schweiz», erklärt Schaefer. Deutschland sei Jahre hinterher. Etwa war die Deutsche Bank Anfang 2003 Vorreiter beim Outsourcing. IBM erhielt einen Vertrag über zehn Jahre mit einem Volumen von umgerechnet circa 3,7 Milliarden Franken. 900 Mitarbeiter wechselten aus der bankeigenen IT zu IBM. Allerdings war die UBS schon damals Lichtjahre voraus: Der Vertrag mit Perot Systems lief seit 1996.

Outsourcing wieder Top-Thema
Die schwierige weltwirtschaftliche Lage bringt Outsourcing wieder auf die Agenda der Geschäftsentscheider, sagt Schaefer. «Fanden wir Outsourcing im vergangenen Jahr nicht unter den vier wichtigsten Themen der Unternehmen, steht es jetzt wieder oben auf der Liste», kommentiert der TPI-Berater. Jedoch blieben hierzulande Outsourcing-Projekte bis zur Sommerpause noch unsichtbar. Bis Ende Jahr würden die Verträge dann aber unterschrieben. «Im Outsourcing-Markt ist derzeit viel unterwegs», weiss Schaefer.

Outsourcing von Geschäftsprozessen
Die Outsourcing-Anbieter sehen sich vermehrt mit neuen Anforderungen konfrontiert: «Kunden lassen die Provider sehr nahe ans Kerngeschäft», berichtet der TPI-Experte. Zudem müssten Outsourcing-Partner vermehrt auch strategische Unternehmensplanung leisten.

Der Trend geht nach Schaefers Worten hin zu mehr Standardisierung. Damit einher geht das Aufräumen der Applikations-Landschaft. Auch hier könnten Outsourcing-Provider helfen. «In Krisenzeiten wird auch konsolidiert: Unternehmen beziehen heute noch viele verschiedene Services von kleinen Dienstleistern. Der Trend geht hin zu grossen Providern, die alle Angebote aus einer Hand bieten können», sagt Schaefer.

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