Konvergenz - die nächste Revolution
Etablierte Techniken wie Festnetztelefonie, Mobildienste, Breitband- und Kabelmedia-Anwendungen kamen bisher unabhängig voneinander auf den Markt. Jetzt steht deren Verschmelzung an.

» Von , 28.03.2007 09:09. Letztes Update, 28.03.2007 09:13.
Willy Pillinger, Partner bei Accenture, leitet die Bereiche Telecom und Hightech in der Schweiz.
Konvergenz. Ein Begriff, der die Strategien aller Telekommunikationsanbieter beherrscht. Und zugleich Triebfeder für eine komplette Kehrtwende des Marktes. Bisher verfolgten die Anbieter von Telekommunikationsdiensten den Ansatz, etablierte Techniken vom Festnetz bis zu den kabelgebundenen Media-Services möglichst fokussiert und unabhängig voneinander auf den Markt zu bringen. Ausdruck dieser Strategie war die rechtliche Aufspaltung von Unternehmen wie Swisscom oder Deutsche Telecom einerseits oder die Beschränkung auf einzelne Sparten wie etwa bei British Telecom oder Vodafone andrerseits.
Jetzt kommt die Wende hin zur Strategie der Konvergenz. Die anvisierte Verschmelzung von Kommunikationsdiensten wird zu einer nachhaltigen Veränderung auf Anbieter- wie Abnehmerseite führen.
Erklärt wird der aufwändige Richtungswechsel damit, dass die Kommunikationstechniken in den letzten zehn Jahren zwar eine enorme Durchdringung des privaten und geschäftlichen Marktes erreicht haben. Doch diese eigentliche Vollversorgung war bisher in «Technologie-Silos» implementiert, welche sich gegenseitig nur schwer integrieren lassen. Folglich müssen für gleichartige Services mehrere Verträge abgeschlossen und parallele Infrastrukturen bereitgehalten werden. Abhängig vom Zugang können gewisse Services nur eingeschränkt genutzt werden.
Diverse Ebenen der Konvergenz
Dabei war schon früh absehbar, dass eine einheitliche, offene Kommunikationsarchitektur möglich und wünschenswert ist. Aber erst heute ist die Zeit reif für deren Einführung. Die Konvergenz hat begonnen, und das gleich auf mehreren Ebenen.
Inhalte und Endgeräte:
Für alle Informationsformen haben sich Standards entwickelt, (beispielsweise HTML, JPEG, MP3, MPEG), welche von Endgeräten jeder Form wie PC, Laptop oder PDA unterstützt werden. So sind quasi beliebige Inhalte auf jedem Endgerät darstell- und verarbeitbar.
Zugang zum Netzwerk:
Die einstige Trennung von mobiler und ortsgebundener Kommunikation löst sich auf. Ob über Kabel, ADSL, Wifi, GSM oder UMTS; der Anwender kann über jeden Zugang auf das Hauptnetzwerk, das «globale Internet» zugreifen.
Das Netzwerk:
IP und darauf aufbauende Services entwickeln sich zum de-facto-Standard für jede Form von Networking. Heute ist von einer vollständigen Ablösung der bestehenden Netze durch IP-basierte Architekturen auszugehen. Die Umstellung erfordert grosse Aufwendungen, insbesondere von den Telecom-Anbietern,und wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.
Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist Voip (Voice over IP). Einmal aufgesetzt, kann praktisch jede Form von Endgerät für Gespräche eingesetzt und an jedem Ort der Welt der am besten geeignete Anbieter und Zugang gewählt werden.






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