Kompletterneuerung für den Windows Server

Mit der Version 2008 verpasst Microsoft ihrem Server-Betriebssystem nicht nur ein neues Gesicht, sondern zahlreiche neue Funktionen. Und erstmals seit MS-DOS gibt es wieder ein System, das auch ohne grafische Oberfläche läuft.

Microsoft Windows Server 2008: Die Neuerungen und Verbesserungen gegenüber Windows Server 2003 gehen weit über eine normale Modellpflege hinaus.

» Von Andreas Heer, 26.02.2008 09:05.

Windows Server 2008 geht über die reine Modellpflege weit hinaus und bietet Neuerungen in allen wichtigen Bereichen. Dazu zählen Administration, Active Directory, Terminal Services oder Clustering. Das Sicherheitskonzept wurde grundlegend überarbeitet, ebenso der Aufbau der Internet Information Services (IIS 7). Unter anderem mit diesen beiden Themen befasst sich der Artikel ab S. 16. Und voraussichtlich im Sommer folgt mit Hyper-V die Virtualisierungskomponente.

Auch in struktureller Hinsicht gibt es Veränderungen. Die bereits bei Windows Server 2003 R2 in Zügen vorhandenen Server-Rollen, sind bei dessen Nachfolger von weitaus grösserer Bedeutung. Neu ist auch Server Core, eine Ausgabe von Windows Server 2008, die ohne grafische Benutzeroberfläche auskommt. Die Administration findet auf der Kommandozeile statt.

Darüber hinaus bietet Windows Server 2008 eine Reihe von Detailverbesserungen, wie etwa eine deutlich erweiterte Ereignisanzeige, die neue Zuverlässigkeits- und Leistungsanzeige, oder Neuerungen im Bereich der Gruppenrichtlinien. Damit lässt sich jetzt auch der Zugriff auf einzelne Systemeinstellungen regeln. Zu den Neuerungen gehört auch die PowerShell, Microsofts erweiterte Kommandozeile und Scriptsprache, die erstmals standardmässig mitgeliefert wird. Einige dieser Novitäten wurden bereits mit Windows Vista eingeführt, können aber erst im Zusammenspiel mit der neuen Serverversion von Windows ihre Möglichkeiten voll ausspielen.

Von Rollen und Features

Bei den Rollen handelt es sich um Serveranwendungen, die einzeln nachinstalliert werden können. Wurden bei früheren Versionen Dienste wie IIS (Internet Information Services) oder die Dateifreigabe bei der Neuinstallation standardmässig eingerichtet, kann ein frisch aufgesetzter Windows Server 2008 noch keinerlei Funktion erfüllen. Der Administrator muss dem Server zunächst explizit die benötigten Rollen zuweisen. Dadurch wird die Sicherheit erhöht, weil immer nur jene Anwendungen, die auch tatsächlich benötigt werden, auf dem Server installiert sind. Insgesamt gibt es 17 verschiedene Rollen. Dazu gehören zum Beispiel die Druck- und Terminaldienste oder die Active-Directory-Domänendienste.

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