Kompetenzgerangel im Rechenzentrum
Die Virtualisierung von Serversystemen bringt zahlreiche Vorteile. Doch die so gewonnene Flexibilität hat ihren Preis: Plötzlich verschwimmen die Grenzen zwischen Server- und Netzwerkadministratoren. Neue Standards sollen die Welt dort wieder in Ordnung bringen.

» Von , 16.07.2010 13:50.
Jörg Hofmann ist Country Manager Schweiz bei Extreme Networks.
In einem klassischen Datacenter gibt es viele Server, die über ein Netzwerk untereinander und mit der Aussenwelt verbunden sind. Um die Wartung der Server kümmert sich traditionell eine Gruppe von darauf spezialisierten Windows-, Linux-, Unix- und Datenbankadministratoren, während ausgebildete Netzwerkspezialisten das Netzwerk planen und dessen Komponenten administrieren.
Doch mit der heilen Welt ist spätestens dann Schluss, wenn Unternehmen ihre Server in grösserem Stil virtualisieren. Denn virtuelle Server laufen in oder unter so genannten Hypervisoren, die den Serverbetriebssystemen eine virtuelle Hardware vorspielen. Hierzu gehören auch eine oder mehrere virtuelle Netzwerkkarten. Damit virtuelle Server eines Hypervisors auch untereinander kommunizieren können, stellt dieser zudem einen virtuellen Switch in seiner Software bereit. Und genau hier fangen die Probleme an.
Denn ein virtueller Switch sollte natürlich in der Lage sein, dieselben Funktionen zur Verfügung zu stellen, die auch seine realen Switch-Kollegen bereitstellen. Hierzu zählen beispielsweise Virtual Local Area Networks (VLAN), Access Control Lists (ACL) oder Quality of Service (QoS). Deren Administration erfolgt für die virtuellen Switches jedoch nicht über das etablierte Netzwerkmanagementsystem, sondern über die Oberfläche des Hypervisors. Da dieser jedoch Bestandteil der Software des physikalischen Servers ist, fällt dessen Kontrolle in den Verantwortungsbereich der Serveradministration - und liegt so ausserhalb der Reichweite der Netzwerkgruppe.
Jede Fehlersuche und jede Konfigurationsänderung am Netzwerk erfordert dann auf ein Neues die Abstimmung zwischen zwei Abteilungen. Die dabei auftretenden Reibereien kosten nicht nur Zeit und Geld, sondern können schlimmstenfalls sogar die Sicherheit des Netzwerks beeinträchtigen.
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