Intel, Google und Microsoft ertrinken in Datenflut

Bekannte Unternehmen wie Intel, Google und Microsoft haben die Non-Profit-Organisation "Information Overload Research Group" gegründet, die Produktivitätsverluste aufgrund von Informationsüberfluss bekämpfen will.

  

» Von idg, 16.06.2008 13:09.

Sie riefen die Geister, jetzt werden sie sie nicht mehr los. Ganz ähnlich wie Goethes Zauberlehrling geht es Hightech-Firmen wie Intel, Google und Microsoft. Sie ertrinken fast in den Daten, die ironischerweise ihre eignen Entwicklungen täglich selbst produzieren. Nun soll die frisch gegründete Organisation "Information Overload Research Group" für Abhilfe sorgen.

Die Auswirkungen von E-Mails, Instant Messages und Telefonanrufen auf den Arbeitsprozess sollen dabei untersucht werden. US-Unternehmen kostet die Produktivitätssenkung durch unnötige Unterbrechungen laut Basex jährlich 650 Milliarden Dollar. Intel hat in einer achtmonatigen Studie herausgefunden, dass jene Mitarbeiter, die dazu angehalten wurden, Unterbrechungen zu vermeiden, weitaus produktiver und kreativer waren als sonst, denn die Ausmasse des Problems werden oft unterschätzt. Ein durchschnittlicher Angestellter im IT-Bereich, der den ganzen Tag vor seinem Computer verbringt, überprüft seinen Posteingang 50-mal täglich auf neue Mails, verwendet 77-mal am Tag den Instant Messenger und besucht durchschnittlich 40 Webseiten täglich, ergab eine Studie von RescueTime, einem Unternehmen, das Gewohnheiten von Computernutzern untersucht.

Programmentwickler machen sich nun verstärkt Gedanken darüber, wie die Arbeit mit digitaler Kommunikation produktiver gestaltet und Unterbrechungen minimiert werden können. Für User von Googles Maildienst Gmail gibt es bereits die Möglichkeit, sich selbst für 15 Minuten aus dem E-Mail Account auszusperren. Diese Sperre kann allerdings leicht umgangen werden, indem man die Escape-Taste drückt. Die Initiatoren der "Information Overload Research Group" wollen vor allem die falsche Verwendung des Mediums E-Mail verhindern. In manchen Grossraumbüros wird sogar mit den Tischnachbarn nur noch per E-Mail kommuniziert.

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