Holcim: Zementlieferung via Web 2.0
» Von , 01.07.2010 13:27. Letztes Update, 01.07.2010 13:28.
Die vollelektronische Logistik mit automatischen Kontrollen und GPS-Positionierung von Lieferungen birgt Risiken für den Datenschutz. Fahrer könnten sich durch das System gegängelt und überwacht fühlen - schliesslich weiss der Transportleiter nahezu jederzeit, welcher Angestellte wo welche Arbeit erledigt. Da auch andere Speditionsunternehmen Zement für Holcim ausliefern, endet die Kontrolle auch nicht an den Firmengrenzen.

Die Zementverladestation von Holcim
Ungenutztes Potential
Das Logistiksystem birgt neben besseren Planungsmöglichkeiten noch Funktionen, die Holcim bisher gar nicht nutzt. «Logon erfasst circa 450 Daten pro Auftrag und legt sie in einer Oracle-Datenbank ab. Das sind täglich zwischen 70.000 bis 80.000 Events», berichtet AdNovum-Chefentwickler Kornel Wassmer. Mit dieser Datenbasis können zum Beispiel Prozesse weiter optimiert, Schwachstellen identifiziert und Business-Intelligence-Anwendungen gefüttert werden.
Vorerst steht für Holcim der Return on Investment (RoI) im Vordergrund. «Mit Logon sparen wir durch Effizienzsteigerung bei der Administration drei bis fünf Prozent der Kosten», meint Projektleiter Duijts. Das töne nach wenig, allerdings beliefen sich die Ausgaben für Transportleistungen auf rund 20 Millionen Franken pro Jahr. Fünf Prozent davon seien ein stattlicher Betrag.
Der nächste Schritt ist Dujits zufolge das Ausrollen der Technik in den Holcim-Werken in Norddeutschland. Termin dafür ist im Herbst. Zuvor seien aber noch einige Anpassungen notwendig, unter anderem das Anbinden von neuen Wiegesystemen in die Software, sagt Wassmer von AdNovum. Ebenfalls arbeite der Baustoffkonzern mit dem Zoll zusammen, damit das System Ein- und Ausfuhrpapiere direkt ausstellen kann, fügt Projektleiter Dujits hinzu.






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