Grundsteine für SOA-Bauten

In serviceorientierten Architekturen (SOA) braucht es Standards, welche für das harmonische Zusammenspiel aller beteiligten Komponenten sorgen. Doch die sind erst teilweise ausgereift.

  

» Von Gerd Schneider, 07.03.2007 09:17. Letztes Update, 07.03.2007 09:20.

Gerd Schneider ist Senior Director bei der Software AG.

Schon bald, nachdem Webservices aufkamen, war klar: Es muss Technologien geben, um sie zu verwalten. So entstand beispielsweise UDDI (Universal Description, Discovery und Integration). Dieser XML-basierende Standard für Verzeichnisinformationen macht es möglich, Dienste anhand von Beschreibungen zu identifizieren und zu verwenden. UDDI übernimmt hierbei die Rolle der «Gelben Seiten» für die Services.

Serviceorientierte Architekturen (SOA) benötigen ebenfalls einen zentralen Verwaltungsdienst. Bei einer SOA sollen mit Hilfe von Services Anwendungen integriert und Abläufe modelliert werden. Im Vergleich zu UDDI kommen jedoch viele weitere Aspekte hinzu, die über eine Schnittstellenbeschreibung hinausgehen. Dazu zählen Themen wie Sicherheit, Verfügbarkeit und Antwortzeit. Um SOA-Architekturen vollständig zu verwalten, kommen SOA-Registries und -Repositories zum Einsatz. Diese sollen Prozesse, Policies und Services zueinander in Verbindung setzen und organisatorische SOA-Governance-Prozesse unterstützen.

SOA-Registry und -Repository

Eine Registry stellt, vergleichbar einem Branchentelefonbuch, ein Verzeichnis verfügbarer Dienste bereit, aus dem neben
der Adresse nur wenige zusätzliche Informationen, also Metadaten, über die Dienste hervorgehen. Ein Repository hingegen speichert und kategorisiert Dienste zusammen mit ihren Eigenschaften sowie zusätzlichen Artefakten.

Doch der Einsatz zweier getrennter Technologien für Registry und Repository erfordert eine aufwändige Synchronisation und birgt das Risiko inkonsistenter Darstellungen. Ganz abgesehen vom erhöhten Aufwand bei Einführung und Betrieb. Für SOA-Governance ist das reibungslose Zusammenspiel zwischen Registry und Repository unerlässlich. Denn nur so ist es möglich, Governance-Prozesse zu beschreiben, auszuführen und zu kontrollieren.

Geht es um die reine Serviceverwaltung, hat sich UDDI etabliert. Ein Vorteil gegenüber Standards wie EB-XML (Electronic Business XML) ist, dass das Zusammenspiel von UDDI mit den relevanten Werservices-Standards reibungslos klappt. Um jedoch auch Prozesse und Policies einer SOA zu verwalten, sind weitere Standards nötig, etwa WS-Policy, BPEL (Business Process Execution Language) oder BPMN (Business Process Modeling Notation). Diese lassen sich durch die flexiblen T-Modelle, so genannte Type Models, von UDDI ebenfalls einbinden und verwalten. Auf dieser Basis entstehen leistungsfähige Werkzeuge, um auch komplexe Beziehungen und Abhängigkeiten von SOA-Artefakten untereinander aufzuzeigen.

Bei der Beschreibung der SOA-Artefakte halten zunehmend Prinzipien des Web 2.0 Einzug: Ähnlich wie in Wikis können Benutzer an der Dokumentation bestimmter Services mitarbeiten, etwaige Fehler korrigieren und eigene Erfahrungen einbringen.

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