Gegen eine Zweiklassengesellschaft im Web

Google und Microsoft haben gestern versichert, dass sie nachwievor hinter dem Konzept der Netzneutralität stehen. Das Bekenntnis ist die Antwort auf einen Bericht des "Wall Street Journal", in dem das Gegenteil behauptet wird.

  

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» Von Jens Stark, 16.12.2008 09:40.

In einem Bericht, der übers Wochenende publiziert wurde, hatte das US-Finanzblatt behauptet, Google sei dabei, mit Anbietern von Internet-Breitbanddiensten einen Deal auszuarbeiten, wonach Google-Inhalte und -Webdienste schneller durchs Internet geschleust würden als Inhalte von anderen Anbietern.

In einem Blog gab Google zwar zu, sogenanntes "Edge Caching" anzustreben. Hierbei werden häufig verwendete Webinhalte am Netzwerkrand zwischengespeichert. Dadurch verkürzt sich die Strecke, die die Daten bis zum Endanwender zurückzulegen haben, und damit auch die Antwortzeiten. Diese angestrebte Praxis würde aber keine Zweiklassengesellschaft im Internet einführen und stehe im Einklang mit den von Google selbst auferlegten Regeln zur Netzneutralität, heisst es in der Replik des Suchmaschinen-Riesen.

Im Bericht des "Wall Street Journal" wurde zudem dargelegt, Microsoft und Yahoo hätten sich stillschweigend aus einer Organisation zurückgezogen, die sich für Netzneutralität einsetzt. Tatsächlich waren die beiden Firmen Mitglieder der heute nicht mehr existierenden "It's Our Net"-Organisation. Als diese in die "Open Internet Coalition" mutierte, seien Microsoft und Yahoo keine Mitglieder geworden, bestätigt Eric London, Sprecher der Organisation. Dies habe aber nichts an der Einstellung von Microsoft gegenüber den Prinzipien der Netzneutralität geändert, ist derweil von Microsoft-Sprecherin Ginny Terzano zu vernehmen.

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