Für jeden Geschmack das Richtige

Virtualisierungstechnologien haben mittlerweile fast die gesamte Schweizer IT erobert und auch letzte Zweifler überzeugt. Aber welche Schweizer

Unternehmen arbeiten mit welchen Lösungen?

  

» Von Michael Kurzidim, 25.09.2009 10:48. Letztes Update, 25.09.2009 10:57.

Der Megatrend und Dauerbrenner Virtualisierung ist seit Jahren die Nummer eins auf den von Computerworld erstellten Ranglisten - noch vor IT-Security und Mobile Computing. Und der Hype geht weiter: 47,1 Prozent der 500 umsatzstärksten ICT-Unternehmen der Schweiz sehen in den nächsten zwei Jahren Virtualisierungstechnologie als Zugpferd, ergab die von Computerworld durchgeführte Top-500-Umfrage 2009. Die Technik hat sich fest etabliert, eine Handvoll Anbieter kämpfen um Anteile am wachsenden Markt. Bereits im vergangenen Jahr hatten 60 Prozent der Schweizer Top-500-Unternehmen Virtualisierungs-Software im Einsatz. Der Prozentsatz dürfte sich trotz Krisensparens weiter erhöht haben, denn die wirtschaftlichen Vorteile überzeugen.

Reale Benefits

Zum technischen Hintergrund: Der Klassiker Storage-Virtualisierung vereint mehrere physische Einzelspeichermedien zu einer einzigen, administrierbaren virtuellen Festplatte. Server-Virtualisierung schlägt den umgekehrten Weg ein und teilt einen physischen Hardware-Server in mehrere, unabhängig voneinander nutzbare virtuelle Maschinen auf. Die mit beiden Techniken erzielten Benefits aber sind dieselben: effizientere Ressourcenausnutzung, Konsolidierung, leichtere Administrierbarkeit und letztlich sinkende Anschaffungs- und Betriebskosten. Der Marktführer VMware spricht von bis zu 50 Prozent reduzierten Anschaffungskosten. Die Betriebskosten sollen durch den Einsatz des Paradeprodukts vSphere 4 sogar um ambitionierte 60 Prozent sinken, heisst es in einer Firmenbroschüre.

Dabei streiten sich die Analysten, ob die durchschnittliche Server- und Storage-Auslastung in Schweizer Unternehmen 6, 10 oder 20 Prozent beträgt. Letztlich ist das aber nicht von Belang. Fest steht: Durch Virtualisierung lässt sich die Auslastung vorhandener Kapazitäten auf 60 bis 80 Prozent hochschrauben, ohne in Boomzeiten Versorgungsengpässe oder Ausfälle zu riskieren. Denn eine dedizierte 1:1-Zuordnung zwischen Applikationen, Datenbanken, Speicher und Computing-Power entfällt.

Victorinox setzt auf Citrix

Welche Virtualisierungslösungen eignen sich für welche Unternehmen? Dazu einige Beispiele aus der Unternehmenspraxis: Peter Dettelbeck, IT-Projektleiter bei der Victorinox AG, setzt seit den Tagen von Windows NT 4.0 auf Citrix XenApp. Vor einem guten Jahr entschloss sich Dettelbeck, mithilfe von XenServer 5.5 auch die Server des Unternehmens zu virtualisieren. «Wir hatten Probleme mit der Kühlung, und mit XenServer können wir unsere Server-Landschaft besser auslasten», erzählt Dettelbeck. Mittlerweile laufen auf den zehn bisher virtualisierten physischen Rechnern etwa 75 Virtuelle Maschinen (VM). Von den verbleibenden 30 dedizierten, physischen Servern werden pro Monat etwa drei bis vier weitere virtualisiert.
Einige Bare Metals, also dedizierte Server, will Dettelbeck aber beibehalten, unter anderem für kommunikative Aufgaben und für UBS- und COM-Schnittstellen. «Das kann die Citrix-Virtualisierungslösung noch nicht», begründet er seine Entscheidung. Vor der Einführung von XenServer haben die IT-Spezialisten von Victorinox auch mit Microsoft Virtual Server 2005 experimentiert. Letztlich hat Citrix aber durch einige technische Vorteile überzeugt. Mit Microsofts Virtualisierungslösung war es beispielsweise nicht möglich, Server-Pools einzurichten.

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