Fastweb stellt Swisscom vor Management-Problem

Computerworld sprach mit dem Stellvertretenden CEO von Swisscom (Schweiz), Urs Schaeppi, über die Trends im Grosskundenmarkt und Tarifentwicklungen beim mobilen Datenverkehr. Zudem äussert sich Schaeppi über die Chefpostenbesetzung bei der Swisscom-Tochter Fastweb.

Urs Schaeppi, Stv. CEO Swisscom (Schweiz)
  

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» Von Reto Vogt, 12.08.2010 22:55.

Sie vertreten Carsten Schloter, der sich jetzt vor allem mit der italienischen Tochter Fastweb beschäftigt. Inwiefern hat sich seitdem Ihre Rolle innerhalb der Swisscom verändert?

Wir haben schon seit langem eine klare Stellvertreter-Regelung bei Swisscom, so dass ich aufgrund des Fastweb-Engagements von Carsten Schloter keine neue Rolle im eigentlichen Sinne ausübe. Mein Engagement bei übergreifenden Themen vergrösserte sich dadurch aber etwas. Zudem leite ich die Geschäftsleitungssitzungen von Swisscom (Schweiz).

Aber Ihre Funktion als Leiter des Grosskundengeschäfts leidet darunter nicht?

Ich habe natürlich etwas weniger Zeit. Aber es ist eine etablierte Organisation mit einem guten Führungsteam, das sich prima ums Geschäft kümmert. Vielleicht sind sie dort sogar froh, dass ich mich mal etwas weniger um sie kümmere (lacht).

Schauen wir das Grosskundengeschäft etwas näher an. Ab wann zählen Firmen bei Swisscom zu den Grosskunden? Braucht es einen gewissen Umsatz oder eine Mindestanzahl Mitarbeiter?

Jeder Kunde will eine möglichst direkte Beziehung mit dem Account-Management. Wir machen dazu jeweils eine Potentialsegmentierung, um den Kunden unserem KMU- oder dem Grosskundenbereich zuzuordnen.

Wie funktioniert diese Potentialsegmentierung?

Bereits ab einem Umsatz von mehreren 10'000 Franken werden Firmen bei Swisscom zu den Grosskunden gezählt. Entscheidend ist aber in diesem Bereich weniger die effektive Grösse, sondern vor allem die Kommunikationsbedürfnisse der jeweiligen Unternehmen.

Das finde ich jetzt nicht wahnsinnig viel Umsatz, um Grosskunde zu werden.

Stimmt, wir gehen relativ tief runter. So betreuen wir insgesamt rund 6000 Grosskunden. Zu den grössten zählen die multinationalen Unternehmungen wie Crédit Suisse, UBS, Nestlé, Novartis oder Roche. Sehr grosse Kunden bei uns sind aber auch Firmen mit vielen nationalen Standorten wie eine Migros, Coop, SBB oder die Raiffeisenbank.

Welche Unterschiede punkto Anforderungen an Swisscom stellen Sie zwischen den multinationalen Konzernen und den national tätigen Unternehmen fest?

Die Anforderungen sind substantiell anders aufgrund der globalen Abdeckung. Eine Crédit Suisse hat globale Kommunikationsbedürfnisse, sie will globale Netzwerke und hat in Amerika wichtige Standorte. Wesentlich kleinere, international ausgerichtete Firmen haben aber erstaunlicherweise ganz ähnliche Bedürfnisse. Auch interessant: Ich besuchte letzte Woche zum Beispiel das Departement für auswärtige Angelegenheiten. Auch dieses ist sehr stark international ausgerichtet mit den Botschaften, die untereinander vernetzt werden müssen.

Wie beurteilen Sie das Bedürfnis nach Telepresence, also die visuelle Kommunikation in einem eigens dafür hergerichteten Raum?

Gerade bei internationalen Konzernen stellen wir ein sehr grosses Bedürfnis fest. Das ist ein absolutes Wachstumsgeschäft, dem auch die Krise geholfen hat. Ich glaube allerdings nicht, dass die Nachfrage jetzt zurückgeht. Der Nutzen dieser UCC-Lösungen ist dafür einfach zu hoch.

Wie viele Swisscom-Kunden haben denn schon einen Telepresence-Raum eingerichtet?

Es ist schwierig, eine Prozentzahl zu nennen. Diese Technik wird aber von allen grossen multinationalen Konzerne eingesetzt. Die kleineren Desktop-basierten Lösungen werden von innovativen KMU genutzt. Die grossen Unternehmen führen diese erst ein, wenn sie auf die neuen Microsoft-Releases migrieren.

Lesen Sie auf der nächsten Seite über die Trends im Grosskundenmarkt und die Ausland-Pläne von Swisscom.

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