Facebook setzt neue Nutzungsbedingungen durch
Ab heute gelten auf Facebook neue Nutzungsbedingungen. Dass dies praktisch niemand mitbekommen hat, gehört zur Kommunikationsstrategie des Unternehmens.
Über zehn Prozent der Weltbevölkerung sind auf Facebook aktiv. Dies nutzt das Unternehmen aus.» Von , 23.03.2012 11:48.
Seit dem 15. März weist Facebook in einer Vorabmeldung auf Änderungen der Nutzungsbedingungen hin. Die wichtigste Neuheit ist, dass eine App nicht nur dann auf Nutzerdaten von Usern zugreifen darf, wenn dieser sie selber benutzt. Sondern auch, wenn Freunde die App nutzen. Den Benutzern gefällt das nicht, die letzten Kommentare unter dem Artikel sind einhellig: «Ich lehne die Änderungen ab!». Nützen tut das allerdings nichts.
Warum Partizipation verschwendete Zeit ist, wird eigentlich bereits aus der Einleitung dieser Meldung ersichtlich. Da schreibt Facebook, dass sie «über einige Änderungen, die wir für Rechte und Pflichten planen, informieren». Einige ist untertrieben, denn die Meldung beträgt stolze 34 261 Zeichen. Und das Wort geplant passt auch nicht wirklich, die neuen Nutzungsbedingungen traten definitiv am 22. März 2012 in Kraft.
Aktives Mitmachen ist zwar gewünscht, aber sinnlos
Auch wenn die Änderungen allen Nutzern theoretisch zum Vorablesen zur Verfügung standen, sieht es in der Praxis anders aus. Das Dokument gibt es nämlich lediglich für diejenigen zu sehen, die Fans von «Facebook Site Governance» sind, nicht gerade eine Facebook-Page, die jeder kennt. Wer zu letzteren gehört, akzeptiert durch weitere Mitgliedschaft im Sozialen Netzwerk automatisch die Konditionen.
Wer das Dokument lesen kann, wird von Facebook aufgefordert, bis zum 22. März um Mitternacht die Änderungsvorschläge zu kommentieren. Wird damit den Nutzern ein Mitspracherecht eingeräumt? Weit gefehlt. Bestes Beispiel: Unter Punkt 17 werden bestimmte Bedingungen erwähnt, die nur für deutschsprachige (oder Menschen aus Deutschland, das wird nicht klar) Nutzer gelten. An der Stelle in dem Dokument sollte wohl ein Link stehen, der in der Vorabversion vergessen worden war. Darum machten User darauf aufmerksam, doch da ist nach wie vor kein Dokument. Klar, das ist nur ein Detail. Und vielleicht wurde es auch einfach vergessen. Mit 834 027 820 Benutzern, über die das Soziale Netzwerk wachen muss, kann das passieren. Aber ist das wahrscheinlich? Viel logischer klingt die Erklärung, dass der Social-Media-Gigant zwar den gläsernen Menschen herbeisehnt, aber selber kein Freund der Transparenz ist.
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