EU geht gegen IBM vor

Die Europäische Kommission leitet förmliche Kartelluntersuchungen gegen IBM ein. Es bestünde der Verdacht, dass das Unternehmen in zwei Fällen seine marktbeherrschende Stellung bei Mainframes missbraucht habe, heisst es.

  

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» Von Jens Stark, 27.07.2010 09:40.

Eine der Untersuchungen geht auf Beschwerden der Emulator-Software-Anbieter T3 und Turbo Hercules zurück und bezieht sich vor allem auf den Vorwurf, dass IBM seine Grossrechner-Hardware an sein Mainframe-Betriebssystem koppelt. Die zweite Untersuchung hat die Kommission nach eigenen Angaben von sich aus eingeleitet, um zu prüfen, ob IBM konkurrierende Anbieter von Mainframe-Wartungsdiensten diskriminierend behandelt.

IBM wird vorgeworfen, seine Hardware für Grossrechner unrechtmässigerweise an sein marktbeherrschendes Mainframe-Betriebssystem zu koppeln. In den Beschwerden wird geltend gemacht, dass dadurch Anbieter von Emulationstechnologie verdrängt würden, die es Nutzern ermöglichen könnte, grundlegende Anwendungen auf nicht von IBM stammender Hardware auszuführen.

Ausserdem befürchtet die Kommission nach eigener Darstellung, dass IBM möglicherweise wettbewerbswidrige Praktiken anwendet, um den Markt für Wartungsdienstleistungen abzuschotten und es somit potenziellen Wettbewerbern unmöglich zu machen, auf diesem Markt Fuss zu fassen. So besteht der Verdacht, dass IBM zu diesem Zweck den Zugang zu ausschliesslich von IBM angebotenen Ersatzteilen einschränkt oder verzögert.

Die Einleitung einer Untersuchung bedeutet nicht, dass Kartellverstösse bereits erwiesen sind, sondern nur, dass die Kommission einen Fall als vorrangig erachtet und eingehend prüfen will.

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