Ellison an HP: "Idiotischer Entscheid"

Der Rausschmiss von Hewlett-Packard-CEO Mark Hurd sorgt für Kopfschütteln im Silicon Valley.

Mark Hurd stolpert über unkorrekte Spesenabrechnungen...
  

» Von Jens Stark, 10.08.2010 08:24. Letztes Update, 10.08.2010 08:26.

Der Entscheid des HP-Verwaltungsrats, Mark Hurd nach einer Affäre mit der Ex-Schauspielerin Jodie Fisher zum Rücktritt zu bewegen, wird nicht überall verstanden. Oracle-CEO Larry Ellison kommt seinem Freund Hurd zur Hilfe. In einer E-Mail, die er an die Redaktion der New York Times geschickt hat, findet er deutliche Worte: "Das HP-Board hat gerade die schlimmste Personalentscheidung getroffen, seit die Idioten des Apple-Verwaltungsrats vor vielen Jahren Steve Jobs entlassen hatten", schreibt er. "Diese Entscheidung zerstörte damals Apple beinahe, wäre Steve nicht irgendwann zurückgekehrt und hätte das Unternehmen gerettet", poltert Ellison weiter.

Hurd trat als CEO am Freitag zurück, nachdem eine firmeninterne Untersuchung zum Schluss kam, dass er Spesen falsch abgerechnet hatte. Die Beträge - sie belaufen sich irgendwo zwischen 1000 und 20000 Dollar - wurden angeblich von Hurd falsch verbucht, um eine Affäre mit der externen Marketing-Managerin und Ex-Schauspielerin Fisher zu vertuschen.

Die ursprüngliche Anschuldigung wegen sexueller Belästigung wurde vom firmeninternen Rechtsgremium als haltlos erachtet und Hurd hat sich aussergerichtlich mit Fisher geeinigt.

Für Ellison sind diese Vorgänge schlicht nicht nachvollziehbar: "Die falsche Spesenabrechnung ist wohl der letzte Strohhalm, an den sich der HP-Verwaltungsrat klammert, um das Unerklärliche zu erklären: Dass falsche Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung dazu führen, dass einer der fähigsten und respektiertesten Unternehmenschefs des Silicon Valleys gehen muss", meint der Oracle-Chef weiter.

Mit der Entscheidung habe HP "nicht im Interesse seiner Angestellten, Aktionäre, Kunden und Partner gehandelt".

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