Cloud Computing: Stürmische Aussichten

Die Anbieter von Cloud Computing loben das Konzept über den grünen Klee. Doch neben einigen Vorteilen, gibt es beim Bezug von Rechenleistung von einem Provider auch Fallstricke. Wir haben sechs Risiken und Nebenwirkungen von Cloud Computing zusammengetragen.

  

» Von Jens Stark, 11.11.2008 15:54.

Alles hat eine Kehrseite. So auch das derzeit viel diskutierte Cloud Computing, das von Anbieterseite als Allheilmittel propagiert wird. Nie mehr sich um Server und Applikationen, nie mehr sich um Updates kümmern müssen sowie die Kosten im Griff haben: Dies sind einige Argumente, die von den Cloud-Befürwortern ins Feld geführt werden.

Doch einige dieser Vorteile entpuppen sich bei näherem Hinsehen auch als Risiko.

1. Kostenfallen

Cloud Computing rechnet sich am meisten, wenn eine Firma sehr unregelmässig oder sporadisch sehr hohe Kapazitäten an Rechenleistung benötigt. Für diese Spitzen sich extra einen Server-Park anzulegen und zu unterhalten, ist ökonomisch wenig sinnvoll. Im Gegenzug sollte sich ein Unternehmen, das einen sehr regelmässigen Computing-Bedarf hat, überlegen, ob es sich wirklich rechnet, die Rechnerei als Dienstleistung zu beziehen, oder ob es in diesem Fall nicht ratsam ist, sich eigene Server zuzutun. Selbst für Firmen, die Computing-Spitzen haben, könnte ein sogenannter hybrider Approach in Betracht gezogen werden. Für die Grundlast der IT werden eigene Server betrieben. Sollte einmal mehr Rechenleistung von Nöten sein, wird diese hinzugemietet.

Besonders genau kalkulieren sollte man beim Bezug von Speicherleistung. Zwar tönen Angebote wie beispielsweise 30 Rappen pro Gigabyte und Monat nach einem guten Deal. Allerdings muss auch hier berücksichtigt werden, wie oft die abgelegten Daten gebraucht werden. "Die meisten heutigen Preismodelle sind ungenau und rechnen nicht mit ein, wie Speicher wirklich verwendet wird", moniert George Crump von der Beraterin Storage Switzerland. Traditionell werden diejenigen Daten, die nur noch zu Archivzwecken aufbewahrt werden, auf günstigere Datenträger wie etwa auf langsamere Disks, Bänder und optische Medien kopiert. Anbieter von Cloud-Storage machen dagegen keinen Unterschied zwischen Daten, die noch täglich gebraucht werden, und solchen, die in irgend einer IT-Ecke vor sich hindösen können.

Hier müssten die Anbieter noch flexibler werden, meint Crump. So könnten sie Daten, auf die beispielsweise während sechs Monaten nicht mehr zugegriffen wurden, auf günstigere Medien kopieren und auch von der Kundschaft weniger verlangen. Diese müssten sich allerdings auch damit einverstanden erklären, dass sie, sollten sie Daten dennoch brauchen, längere Zugriffszeiten in Kauf nehmen. Solche Daten könnten die Anbieter dann auch auf Systemen unterbringen, die bei Nichtgebrauch ausgeschaltet oder in einen Schlafmodus versetzt werden.

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