Bund sieht Fortschritte bei eHealth
Aller Unkenrufe zum Trotz: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens kommt voran - meint zumindest das Bundesamt für Gesundheit.
Adrian Schmid vom BAG sieht den Bund in einer rechtlichen Sackgasse» Von , 26.08.2010 11:36.
Gemäss «Strategie eHealth Schweiz» geht noch in diesem Jahr ein gemeinschaftliches Gesundheitsportal von Bund, Kantonen und Gemeinden ans Netz. Der Plan ist, damit eine zentrale Anlaufstelle für alle am Gesundheitswesen Beteiligten zu schaffen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist mittlerweile getan: Im Medizinalberuferegister (MedReg) sind nahezu alle Personen mit einem universitären Heilberufsabschluss eingetragen und online auffindbar. Nahezu alle heisst, dass aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Thurgau und Waadt noch Einträge fehlen. Sie sollen laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) «spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2010» von den kantonalen Behörden nachgepflegt werden.
Das MedReg ist jedoch nur eine Vorstufe für das Gesundheitsportal. In der Endausbaustufe sind in dem Onlinedienst persönliche Daten aller Versicherten abgelegt. Sie kann dann zum Beispiel der behandelnde Arzt einsehen, wenn ihm der Patienten die entsprechenden Zugriffsrechte erteilt hat. Ein anderer Anwendungsfall sind individualisierte Gesundheitstipps, die zertifizierte Anbieter in das Portal und die persönlichen Startseiten der Versicherten einspeisen können. Das ist jedoch alles noch Zukunftsmusik. Immerhin ist MedReg nun ein Beispiel, wie Bund und Kantone bei eHealth kooperieren können.
Gesundheitsportal in Genf
Am «eHealth Summit» in Bern berichtete Adrian Schmid, Leiter des Koordinationsorgans eHealth Bund-Kantone beim BAG, von Fortschritten beim eHealth. Die Herausforderungen dabei seien durchaus mit denen der europäischen Nachbarn vergleichbar, so Schmid. «Die EU muss 27 Länder unter einen Hut bringen, die Schweiz ihre 26 Kantone.» Das Durchsetzen von landesweiten eHealth-Massnahmen sei für den Bund allerdings problematisch, da die gesetzliche Grundlage fehle. Bis Ende Jahr prüft deshalb das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) die rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung der eHealth-Strategie.
Aufgrund der Gesetzeslage sind den Kantonen ebenfalls die Hände gebunden. Wenn sich der Kanton Genf mit dem Gesundheitsportal «e-toile» am EU-Projekt «epSOS» beteiligen will, ist ein Bundesratsbeschluss erforderlich, sagte Schmid. Denn bei einem solchen Engagement handle es sich um eine bilaterale Beziehung mit der EU. Für Marie da Roxa ist dies eine hohe Hürde. Marie da Roxa ist im Wirtschafts- und Gesundheitsdepartement des Kantons Genf zuständig für «e-toile», das gemeinsam mit der Post realisiert wird und im Herbst aufgeschaltet werden soll.
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