Biometrieverfahren aus der Schweiz

Gleich mit vier Biometrien will das Schweizer Unternehmen Biometry die Authentisierung von Usern ermöglichen und den Zugriff auf Computersysteme sowie Banktransaktionen absichern.

Das Verfahren von Biometry verwendet vier biometrische Grössen.
    

» Von Jens Stark, 27.01.2009 08:10. Letztes Update, 27.01.2009 08:11.

Biometrie-Verfahren sind nicht immer so sicher, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Der digitale Fingerabdruck etwa sei längst als fälschbar erwiesen, meint Werner Blessing, Chef der Schweizer Firma Biometry, während einer Veranstaltung des IT-Security-Beratungsunternehmens Swiss Infosec. So habe etwa der Chaos Computer Club (CCC) aus Protest die Fingerabdrücke diverser deutscher Spitzenpolitiker online gestellt. «Den abgetrennten Mafia-Finger muss ich da gar nicht erst erwähnen», witzelt Blessing. «Unterschiedliche Biometrien haben unterschiedliche Nachteile vom Preis über die Nicht-Akzeptanz bis zur relativen Unsicherheit», ergänzt er.

Die Firma Biometry aus Alpnach im Kanton Obwalden hat daher ein System entwickelt, das mehrere Biometrien vereint und keine grossen Ansprüche an die Hardware stellt. ComBiom (Communications Biometrics) heisst das Verfahren. Es verwendet 2D-Gesichtserkennung, analysiert die Lippenbewegung und erkennt die Stimme. Und so funktionierts: Das System präsentiert dem Anwender am Bildschirm vier Zahlen, die dieser laut ablesen muss. Mit einer Webcam wird der User dabei gefilmt. Das System analysiert anhand der Video- und Audioaufnahmen die Biometrien und vergleicht diese mit Referenztemplates. Stimmen die Aufnahmen mit diesen überein, erhält der Benutzer Zutritt. «Der ganze Authentifizierungsprozess dauert nur wenige Sekunden», erklärt Blessing.

Werner Blessing, Chef von Biometry, während der Vorstellung des Systems an einer Veranstaltung von Swiss Infosec
Werner Blessing, Chef von Biometry, während der Vorstellung des Systems an einer Veranstaltung von Swiss Infosec
Mit der Kombination mehrerer Biometrien gleichzeitig, soll verhindert werden, dass einerseits die richtige Person fälschlicherweise zurückgewiesen wird und andererseits die falsche Person Zutritt
erhält. Die Kombination der entsprechenden, in der Biometrie geläufigen Raten, False Acceptance Ratio und False Reject Ratio tendierten hierbei gegen Null.

Doch das Biometrie-System der Innerschweizer soll nicht nur den Zutritt regeln, sondern auch bei Banktransaktionen behilflich sein. Hierbei wird die vierstellige Zahl, die das System den Benutzer vorlesen lässt, aus den Quersummen des zu bezahlenden Betrags und der Kontonummer des Zahlungsempfängers gebildet. Will also ein sogenannter «Man in the Middle» beispielsweise eine Summe auf ein Konto in China übermitteln, stimmen die Prüfzahlen nicht mehr. Auch dagegen, dass sich der rechtmässige Anwender zwar Zutritt zum System verschafft, danach aber jemand anders eine Überweisung tätigt, hat Biometry ein Mittel parat. Das System überwacht laufend eine Biometrie-Koponente - etwa die Gesichtserkennung. Setzt sich jemand anders vor den PC, wird ein Login mit allen Biometrien erwirkt.

 

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